Die «neue» Eurobike: Das Web verändert die Messe | Ride MTB

Die «neue» Eurobike: Das Web verändert die Messe

An der Eurobike präsentieren die Hersteller unzählige Produktneuheiten, aus denen Ride natürlich Highlights aussucht und vorstellt. Ride hat dieses Jahr noch einen weiteren Fokus: Die Messe verändert sich stark, und wir zeigen wo und weshalb. Was das Internet damit zu tun und weshalb grosse Hersteller der Messe den Rücken kehren sind nur einige der interessanten Fragen, auf die es Antworten gibt.

Die Eurobike 2016 wartet zur 25. Auflage mit starken konzeptionellen Änderungen auf: Aufgeteilt in Business- und Festival Days erhält das Testen von Fahrrädern mehr Gewicht – und die Eurobike will von der wichtigsten Business-Messe auch zum wichtigsten Bike-Event für Europas Radfahrer werden. Gleichzeitig verabschieden sich grosse Hersteller wie Trek, Specialized, Cube, Kona oder Felt von der weltweit grössten Fahrradmesse.

Versender auf der Überholspur in Friedrichshafen

Die besagten Brands, die der Eurobike den Rücken kehren, haben eines gemeinsam: Es sind Fachhandelsmarken. Hersteller mit diesem Vetriebsmodel geraten an einer Eurobike-Messe unter Druck, da diese gegenüber Direktversendern – und der direkte Vergleich bei Ausstattung und Preis ist vor Ort problemlos möglich – womöglich alt aussehen. Das Internet trägt zum Wandel an der Messefront bei!

Testen, Testen, Testen

Es geht beim Wandel der Messe nicht nur bloss um die Vergleichbarkeit, denn selbstverständlich bauen auch Hersteller mit Fachhandelsanbindung konkurrenzfähige Bikes. Weil die Messe die Testmöglichkeiten und die Publikumstage ausbaut, wird der Anlass für Direktversender deutlich attraktiver. Die Bikes, die sonst nur im Web zu begutachten sind, stehen fürs Testen bereit, inklusive persönlicher Beratung. Bei Fachhandel-Brands sind Testfahrten oft flächendeckend und unkompliziert möglich. Somit schlägt nochmals das Web zu, weshalb sich an der Eurobike Fachhandelsmarken zurückziehen.

Dann wäre noch die Kohle

Und dann wären da die Kosten: Ein Quadratmeter Standfläche an der Eurobike schlägt mit rund 165 Euro zu Buche. Ein repräsentativer Messeauftritt am Stelldichein am Bodensee geht deutlich in den sechsstelligen Bereich. Der Anlass bindet somit finanzielle Ressourcen und benötigt viel an ausdauernder Manpower. Mehrere Hersteller – beispielsweise Trek oder Cube – nutzen daher hauseigene Messen. Und geben an, dort ihre Klientel viel besser und gezielter zu erreichen, als am meist hektischen Messetreiben am Bodensee. Lustig ist dabei, dass die Vertreter der abwesenden Marken sich dann doch an der Eurobike rumtreiben. Das Fazit: Die Eurobike bleibt massgebend wichtig.


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