Gespannte Mundwinkel: das Propain Ekano 2 CF Carbon im ersten Test | Ride MTB

Gespannte Mundwinkel: das Propain Ekano 2 CF Carbon im ersten Test

Mit dem Ekano 2 CF präsentiert Propain das handlichere Schwesternmodell des E-Freeriders Ekano 2 AL. Leichter und vielseitiger soll das neue Modell sein, einfach zu fahren für Anfänger aber äusserst Potent für Rennfahrer. Ride durfte den jüngsten E-Mountainbike-Spross der Allgäuer Bike-Schmiede im Vorfeld testen, mit deutlichen Veränderungen der Gesichtszüge.

Das Ekano 2 CF ist ein Hingucker, egal in welcher der drei Farben. Einzig die im Bereich des Motors offene Kabelführung juckt das Auge etwas. Dafür ist der Carbon-Rahmen sehr schlank gehalten, weswegen man auf den ersten Blick ein Light-E-Mountainbike vermuten könnte, was es aber nicht ist. Zu schwer ist es dennoch nicht. Das Bike mit 170 und 180 Millimetern Federweg, kräftigem Sram Eagle-Powertrain-Antrieb und robuster Ausstattung wiegt in der Top-Ausführung lediglich knapp 23 Kilogramm, was für diese Art von E-Mountainbike ein guter Wert ist.

In Zeiten, in denen viele Hersteller die grösstmöglichen Akkus in die Rahmen drücken, ist es von Propain mutig, «nur» einen 630-Wattstunden-Akku zu verbauen. Die gewonnene Gewichtsersparnis soll dafür dem Handling zugute kommen.

Ein Freerider so agil wie ein Trailbike

Bei einer Körpergrösse von 178 Zentimetern und einer Präferenz zu Rahmen der Grösse L, geht es dieses Mal mit einer Rahmengrösse M auf die Trails. Eine gute Entscheidung, denn gefühlt müsste das Bike keinen Zentimeter länger sein. Die gewohnten Einstellungen vom privaten Bike auf das Ekano 2 CF übertragen, heisst es nun Aufsitzen.

Die Eingewöhungszeit findet auf dem Flowtrail statt. Dort fährt sich das Bike intuitiv und sehr agil, vermittelt aber gleichzeitig viel Sicherheit. So viel, dass die nachfolgenden Sprünge bis zu mittlerer Grösse, ohne zu zögern gleich auf der ersten Abfahrt mitgenommen werden. Anlieger und Sprünge sind aber nicht das ganze Trail-Repertoire. Auf dem Test-Menu stehen verschiedene Strecken mit offenen bis engeren und schnell aufeinanderfolgenden Kurven, Drops, schnellen Passagen sowie auch knackigen Wurzelteppichen.

Bei hohen Geschwindigkeiten im rauen Gelände zeichnet sich das Ekano 2 CF mit einer hohen Laufruhe aus. Zu dieser steuert auch das potente und feinfühlige Fahrwerk einen grossen Anteil bei. Bremswellen und Wurzeln bügelt der Pro10-Hinterbau scheinbar mühelos weg, auch wenn man sich mal bei einem Sprung verkalkuliert und hart landet. Trotz dieser enormen Laufruhe, lässt sich das Bike sehr flink um die Kurven jagen lässt. Es überrascht überaus positiv, dass sich das Handling des Ekano 2 CF eher nach 150 Millimeter Federweg anfühlt, als die 170 Millimeter am Heck.

Was unten ist, muss auch wieder hoch. Da scheint Propains neustes E-Mountainbike beim ersten Versuch nicht mit den Besten mithalten zu können. Erst die weiteren Kletterversuche stimmen versöhnlich. Nach einer kurzen Angewöhnungsphase schlägt sich das Carbon-Ekano in technisch anspruchsvollen Anstiegen sowie in sehr steilen Rampen dann doch ziemlich gut, angesichts des üppigen Federwegs und der abfahrtsorientierten Geometrie sogar sehr gut.

Ein Bike für Anfänger und Profis gleichermassen?

Propain gibt an, dass das Ekano 2 CF sowohl problemlos von Einsteigern als auch von Profis, sprich E-Mountainbike-Racern gefahren werden kann. Tatsächlich fährt sich das Bike sehr einfach, und die Aussage «aufsitzen und wohlfühlen» trifft beim Ekano 2 CF tatsächlich zu. Das ausgezeichnete Handling unterstreicht dies zusätzlich.

Handkehrum profitieren E-Enduro-Rennfahrer ebenso von diesen Eigenschaften, verfügen aber dazu ein sehr gutes Fahrwerk und viel Laufruhe, die bei solchen Rennen unter anderem gefragt sind. Und auch der 90-Newtonmeter starke Antrieb ist perfekt für Einsteiger und Racer gleichermassen, nicht zuletzt wegen der vereinfachten Steuerung. Insofern haben Propain nicht zu viel versprochen.

Fazit

Ein E-Mountainbike zu bauen, das für Einsteiger und Profis gleichermassen funktioniert, ist ein ordentlicher Spagat, den die Allgäuer mit Bravour meistern. Das Ekano 2 CF trumpft mit sehr guten Fahreigenschaften, die ebenso gut mit dem Sram-Antriebssystem harmonieren. Das Bike macht höllisch Laune, und ein gewisses Ziehen in den Mundwinkeln gehört zu den angenehmen Nebenwirkungen. Farblich wie auch ausstattungstechnisch ist bei diesem Bike für jeden was dabei, und da lässt sich auch über die offene Kabelführung über dem Motor hinwegsehen.

Der Fahrbericht über das im Ekano 2 CF verbaute Eagle-Powertrain-System von Sram gibts im unten angefügten Artikel.

 

Fotograf

Stefan Eigner


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