Merida präsentiert ein 29er Carbon Hardtail
Unter dem Namen «Big.Nine Carbon» stellt die Taiwanesische Fahrradmarke Merida ihr erstes Carbon-29er-Bike vor. Mit den Renngenen des «O.Nine Carbon» und der Geometriebasis des «Twenty-Nine Lite» ist ein leichtes und steifes Hardtail entstanden. Der unter 1100 Gramm schwere Rahmen verwendet wie schon beim «O.Nine Carbon» «Felx-Stay» Sitz- und Kettenstreben. Durch sie arbeitet der Hinterbau in Längsrichtung ähnlich wie bei einem Fully leicht mit, hat aber trotzdem eine hohe Seitensteifigkeit. Zusammen mit der ebenfalls flexiblen Sattelstütze von Pro Craft soll das «Big.Nine Carbon» eines der komfortabelsten 29er-Hardtails auf dem Markt sein.
Abgeschaut und verbessert
Trotzdem haben die Ingenieure von Merida nicht einfach nur das Beste der beiden anderen Bikes kopiert. Mit dem konischen Steuerrohr erreicht Merida viel Steifigkeit und stellt so den Ausgleich zu den grossen, weicheren Rädern her. Nur so bleibt das Bike trotzdem lenkgenau. Das Steuerrohr ist zudem sehr kurz gehalten, wodurch man die im Vergleich zum 26-Zöller «O.Nine Carbon» vier Zentimeter höhere Front maximal entschärft und das Handling verbessert. Weiter ist der Tretlagerbereich mit den BB30 Lagern 20 Prozent steifer als beim «Kleinen», das Oberrohr ist wenig kürzer als jenes des «Twenty-Nine Lite» und man arbeitet mit innen verlegten Schaltzügen. Letztere verleihen dem Bike eine aufgeräumte Optik. Dabei werden die Kabel in Rohren durch den Rahmen geführt. Dies drückt zwar ein wenig aufs Gewicht, macht das Wechseln der Kabel aber einfach und zeitsparend. Obwohl Merida auch beim «Big.Nine Carbon» nicht an Prints und Beschriftungen spart, wirkt es ruhiger als die meisten Merida Bikes bisher – ein bisschen weniger Grün hier, ein bisschen weniger Weiss da.
Zum Schluss wären da noch die 12-Millimeter-Steckachse (Breite 142 mm), die Direct-Mount-Umwerferaufnahme für optimalen Reifendurchlauf und die neue von 100 auf 80 Millimeter absenkbare DT Swiss «XMM 100 29». Mit ihr ist man gewappnet für jeden noch so steilen Aufstieg.
Neue Komponentenlieferanten
Aber nicht nur technisch hat sich einiges getan bei Merida. DT Swiss ist neuer Gabellieferant und der langjährige Komponentenlieferant FSA wurde durch Pro Craft und Sram ersetzt. Speziell für das Merida-Rennteam hat Pro Craft eine 150 Gramm leichte «Monolink»-Sattelstütze entwickelt. Beim «Monolink»-Sattelklemmsystem von Selle Italia handelt es sich um ein Satteluntergestell in Form einer Schiene, welche seitlich geklemmt wird. Durch «Monolink» ist eine schmalere Sattelform möglich. Der schmale Sattel verursacht weniger Reibung an den Schenkel-Innenseiten. Zudem bietet das System einen breiteren Verstellbereich.
Begeisterte Fahrer
Der Marathon Schweizermeister Andreas Kugler meint zur neuen Rennfeile: «Das Big.Nine Team ist genau mein Ding. Dank seiner hohen Steifigkeit und der super Traktion der grossen Räder verfügt das Bike über einen extrem guten Vortrieb. Es fühlt sich an, als sässe man zwischen Rädern die einfach alles überrollen. Dies gibt mir in technischen Downhills viel Sicherheit».
Rennluft schnuppern die neuen Bikes erstmals an der Cape Epic, wo voraussichtlich alle Merida-Athleten mit dem neuen «Big.Nine Team» an den Start gehen werden.