Mountainbike-Verkäufe sind in der Schweiz weiter im Sinkflug | Ride MTB

Mountainbike-Verkäufe sind in der Schweiz weiter im Sinkflug

Velosuisse Verkäufe MTB Schweiz 2026

Hoffnung herrscht. Die Talsohle ist erreicht, die Gravel-Sparte wächst kräftig. Velosuisse streicht das Positive an den Verkaufszahlen des Jahres 2025 hervor. Aus Mountainbike-Perspektive zeigt die Kurve weiterhin nach unten, wenn auch weniger steil.

Seit dem Corona-Boost geht es in der Fahrradbranche abwärts, die Verkäufe sinken und sinken. Velosuisse hat die Absatzzahlen der Schweiz im Jahr 2025 publiziert. Da zeigt sich immerhin, dass die Kurve flacher wird, der Rückgang also nicht mehr so gross ist wie in den Vorjahren. Die Fahrradbranche befinde sich seit 2023 in einer Konsolidierungsphase, diagnostiziert der Verband in seiner Mitteilung.

Konkret haben die Händler 2025 rund 25’000 Fahrräder weniger verkauft als 2024, ein Rückgang um 7,4 Prozent. Dieser rührt gemäss Analyse hauptsächlich von den Alltagsvelos her. «In diesem Volumenmarkt waren die Lagerbestände besonders hoch. Dies lässt sich dadurch erklären, dass der Fachhandel die Lagerbestände zuerst abbaut, ehe neue Fahrzeuge nachbestellt werden», erläutert Velosuisse.

Zugelegt haben die Sportfahrräder, namentlich die Gravelbikes. Diese sind um stolze 34 Prozent gewachsen. E-Gravelbikes sogar um 223 Prozent. Allerdings geht es hier um Stückzahlen, von denen kaum jemand leben kann. Die 2162 E-Gravelbikes und die 21’702 unmotorisierten Schottervelos machen zusammen 7,5 Prozent der in der Schweiz verkauften (und von Velosuisse registrierten) Fahrräder aus. Nimmt man die Rennvelos dazu, die ebenfalls zugelegt haben (+1424 Stück / +8,8 Prozent) sind es immerhin 14 Prozent.

Velosuisse-Präsidentin Nathalie Schneitter freut sich: «Da der Bereich der Sportfahrräder im Fachhandel deutlich hochpreisiger ist als das Segment der Alltagsvelos, konnte ein Teil der Umsatzrückgänge wettgemacht werden.»

Mountainbikes und E-Mountainbikes immer noch rückläufig

Weniger Grund zur Freude gibt es beim Mountainbike. Dieses macht mit und ohne Motor immer noch über 30 Prozent des Gesamtmarkts aus und befindet sich weiterhin im Sinkflug. 107’016 Stück sind 2025 aus den Läden gerollt, rund 60 Prozent davon ohne Motor. Um die Verzerrung durrch die Pandemie wegzurechnen, wird gern das Jahr 2019 zum Vergleich herangezogen. Da zeigt sich: Auch damals kauften die Menschen in der Schweiz mehr Mountainbikes als heute. Und das nicht wegen der E-Mountainbikes. In den fünf Jahren vor der Pandemie lagen die Verkaufszahlen der motorlosen Mountainbikes über jenen von 2025. Das E-MTB, das in jener Zeit seinen Siegeszug erlebte, liegt nur 2019 darüber.

Immerhin geht es auch im Mountainbikemarkt nicht mehr so steil abwärts wie in den Vorjahren. Velosuisse erklärt mit Blick auf den gesamten Fahrradabsatz, 2025 sei die Talsohle erreicht worden, ab jetzt gehe es aufwärts. Der in diesem Jahr auffallend sonnige März kurbelt das Geschäft erfahrungsgemäss an. Ein Indiz für die Beliebtheit des Velofahrens ist die Auslastung der Werkstätten, die laut dem Verband sehr hoch sei. Ob 2026 tatsächlich wieder mehr Fahrräder an die Menschen in der Schweiz gebracht werden und vor allem, ob es auch bei den Mountainbikes wieder aufwärts geht, lässt sich aber zu diesem Zeitpunkt nicht voraussagen.