Schwalbe schmeisst 30% der MTB-Reifen aus dem Programm
Schwalbe richtet sein Mountainbike-Portfolio neu aus und setzt dabei auf eine klarere Struktur. Künftig teilen sich die Reifen in drei Familien: Gravity, Trail und Race. Die Einordnung soll die Wahl des passenden Modells erleichtern und den Einsatzzweck schneller verständlich machen. Gleichzeitig wird das Sortiment gestrafft, die Zahl der Karkassen reduziert.
Parallel dazu baut der Hersteller sein Angebot an Radialreifen weiter aus. Diese Bauweise unterscheidet sich deutlich von klassischen Konstruktionen: Die Karkassenfäden verlaufen in einem flacheren Winkel, was laut Schwalbe zu einer größeren Auflagefläche, mehr Dämpfung und besserer Kontrolle führt. In Zahlen: rund 30 Prozent mehr Kontaktfläche bei gleichem Luftdruck. Neue oder überarbeitete Versionen gibt es unter anderem für Magic Mary, Tacky Chan und Eddy Current.
Neu im Programm ist zudem die Romy. Der Reifen ist als vielseitiger Allrounder für Trail- und All-Mountain-Einsätze gedacht. Auffällig ist die Kombination aus griffigen Schulterstollen und einem eher kompakten Mittelprofil. Das soll einerseits Kontrolle in Kurven bringen, andererseits ein ruhiges Abrollen ermöglichen. Die Romy ist sowohl vorne als auch hinten fahrbar und in verschiedenen Ausführungen erhältlich.Besonders interessant: Die Romy gibt es sowohl in klassischer Bauweise als auch als Radial-Version. Während die Radial-Konstruktion auf mehr Grip und Komfort zielt, bleibt die diagonale Variante die Option für geringeren Rollwiderstand und hohe Durchschlagresistenz.
Auch bei den Materialien nimmt Schwalbe Anpassungen vor. Die bekannten Compound-Namen werden vereinfacht, gleichzeitig wurde die weichste Mischung überarbeitet und bietet nun mehr Dämpfung und bessere Haftung bei Nässe. Ergänzt wird das Ganze durch Massnahmen in Richtung Kreislaufwirtschaft, etwa durch den Einsatz von recyceltem Russ und fair gehandeltem Naturkautschuk.
Unterm Strich entsteht bei Schwalbe ein aufgeräumteres Line-up mit mehr Auswahl bei der Bauweise. Die Richtung ist klar: weniger Komplexität bei der Wahl, dafür mehr Differenzierung im Detail.