Schweizer dominieren Heim-EM, Schehl holt Gold für Deutschland
Bei Temperaturen von bis zu 35 Grad entwickelte sich der Auftakt der Mountainbike-Europameisterschaften am Monteceneri im Kanton Tessin zu einem Schweizer Medaillenfest. In den sechs Short-Track-Rennen gewann die Gastgebernation zwei Gold-, vier Silber- und eine Bronzemedaille. Am zweiten Wettkampftag kam der Titel in der Mixed-Staffel hinzu.
Frei führt Schweizer Doppelsieg an
Das Short-Track-Rennen der Elite-Frauen stand ganz im Zeichen der Schweizerinnen. Sina Frei löste sich in der Schlussphase von der Spitzengruppe und sicherte sich nach zehn Runden den Europameistertitel. Die amtierende Weltmeisterin Alessandra Keller folgte mit vier Sekunden Rückstand auf Rang zwei. Titelverteidigerin Jenny Rissveds aus Schweden wurde Dritte.
Nicole Koller belegte Rang sechs, unmittelbar dahinter sorgte Luisa Daubermann als Siebte für das beste deutsche Resultat. Ginia Caluori wurde Achte. Die weiteren Deutschen Kira Böhm, Sina van Thiel und Finja Lipp erreichten die Plätze zwölf, 13 und 17. Eine Österreicherin war im Elite-Rennen nicht am Start.
Lillo gewinnt Bronze im engen Männerfinale
Bei den Elite-Männern fiel die Entscheidung erst auf den letzten Metern. Der Brite Charlie Aldridge setzte sich nach zehn Runden zwei Sekunden vor dem Italiener Juri Zanotti durch. Dario Lillo sicherte der Schweiz mit drei Sekunden Rückstand die Bronzemedaille.
Luca Schätti belegte nach einem lange offenen Rennen Rang fünf. Leon Kaiser erreichte als bester Deutscher mit 14 Sekunden Rückstand den zehnten Platz, während Julian Schelb das Rennen nicht beendete. Der nach einem Wadenbeinbruch zurückgekehrte Lokalmatador Filippo Colombo wurde 13.
Schehl setzt deutsche Siegesserie fort
Für den grössten deutschen Erfolg sorgte Paul Schehl. Der 22-Jährige griff zu Beginn der letzten Runde an und gewann das Short-Track-Rennen der U23-Männer drei Sekunden vor dem Schweizer Nicolas Halter. Bronze ging an den Schweden Leo Lounela.
Auch Österreich brachte zwei Fahrer in die ersten zehn: Alexander Hammerle wurde Achter, Maks Alfred Barret Maunz folgte unmittelbar dahinter auf Rang neun. Weitere deutsche Fahrer waren in diesem Rennen nicht am Start.
Bei den U23-Frauen feierte die Schweiz einen Doppelsieg. Lea Huber gewann drei Sekunden vor Elina Benoit, die Norwegerin Lisa Kristine Jorde belegte Rang drei. Katrin Embacher sorgte als Fünfte für eines der besten österreichischen Resultate der bisherigen Titelkämpfe. Ihre Landsfrau Antonia Grangl wurde 16. Die einzige deutsche Starterin Carla Hahn belegte Rang 21.
Hückmann holt Bronze, Piringer wird Siebte
Bei den Junioren gewann der Franzose Noa Filippi vor dem Schweizer Marwan Barhoumi. Elias Hückmann erkämpfte sich mit drei Sekunden Rückstand die Bronzemedaille. Dahinter unterstrich Deutschland seine mannschaftliche Stärke: Julius Klose wurde Fünfter, Quirin Bach Sechster und Marlon Riess Zehnter. Die Österreicher Michael Hettegger und Michael Ortner belegten die Ränge elf und zwölf.
Das Rennen der Juniorinnen entschied die Tschechin Barbora Bukovska für sich. Shana Huber gewann für die Schweiz Silber, Bronze ging an die Ungarin Nikoletta Kiss. Johanna Piringer erreichte als beste Österreicherin einen starken siebten Platz. Die Deutschen Maxi Strittmatter und Rosalie Sporn klassierten sich auf den Rängen elf und zwölf.
Schweizer Staffel fährt Konkurrenz davon
Am Freitag dominierte die Schweiz auch die Mixed-Staffel. Nicolas Halter, Men Gygax, Ronja Blöchlinger, Anina Hutter, Anja Grossmann und Schlussfahrer Vital Albin übernahmen früh die Führung und gaben sie nicht mehr ab. Albin vollendete den Sieg an seinem 28. Geburtstag.
Das Schweizer Sextett gewann mit einer Zeit von 1:06:52 Stunden und einem Vorsprung von 1:59 Minuten auf Italien. Dänemark holte mit 4:34 Minuten Rückstand Bronze. Deutschland ging entgegen der ursprünglichen Formulierung nicht leer aus, sondern verpasste als Vierter das Podest um lediglich 23 Sekunden. Für das deutsche Team fuhren Moritz Lindner, Quirin Bach, Luisa Daubermann, Adina Daubner, Rosalie Sporn und Lennart-Jan Krayer. Österreich stellte keine Staffel.
Die Europameisterschaften dauern bis Sonntag. Am Samstag stehen die Cross-Country-Rennen der Junioren, Juniorinnen und U23-Männer an. Am Sonntag folgen die U23-Frauen sowie die Entscheidungen der Elite-Frauen und Elite-Männer über die olympische Distanz.