Schweizmobil verspricht mehr Singletrails in ihren Touren | Ride MTB

Schweizmobil verspricht mehr Singletrails in ihren Touren

Schweizmobil Stockalperweg Mountainbikeland Schweiz

Schweizmobil hat vor Kurzem eine neue Strategie bekanntgegeben. Der ebenfalls neue Präsident Dominik Blunschy und der MTB-Verantwortliche Dominik Hug erklären im Interview, was es damit auf sich hat und was Trailbiker in Zukunft von Schweizmobil erwarten dürfen.

Ich habe seit Jahren kein SchweizMobil Plus Abo mehr, unter anderem, weil ich auf Swisstopo Touren zeichnen kann. Warum soll ich wieder ein SchweizMobil Abo lösen?

Dominik Blunschy (DB): Mit SchweizMobil Plus lassen sich Touren sowohl am Desktop wie auch in der App planen. Zu allen Routen gibt es ausführliche Beschriebe, Fotos und Zusatzinfos wie Übernachtungen, Sehenswürdigkeiten, ÖV-Anbindung, Veloservice, Wegsperrungen und Umleitungen. Auf Swisstopo findet man primär die Linienführung. Zudem lassen sich Touren mit eigenen Markierungen, Texten und Fotos anreichern und via Karten-API auch in Websites einbinden.

Was ist eine Karten-API?

DB: Mit der Karten-API können Tourismusorganisationen, Anbieter oder Guides Ausschnitte der SchweizMobil-Karte inklusive Routen kostenlos in ihre Website integrieren. Das sieht dann zum Beispiel so aus: Jura-Trois-Lacs-Seeland: Les Ordons Bike. Das Ganze ist kostenlos. Weitere Informationen findest du hier: Schweizmobil Info.

Welche Funktionen gibt es nur im SchweizMobil-Plus-Abo?

DB: SchweizMobil Plus bietet alle Funktionen für die persönliche Tourenplanung auf Website und App: Touren zeichnen, Offline-Karten, GPX-Import/-Export, Tracking und Teilen von Touren. Markierungen mit Text und Fotos sowie das Gruppieren und Filtern eigener Touren sorgen für Übersicht. Ab Frühjahr 2026 verbessert eine neue, mit Swiss Cycling entwickelte Geschwindigkeitsformel die Zeitberechnung für Velo, MTB, E-Bike und E-MTB.

Was ändert sich mit der neuen Strategie?

DB: Im Fokus stehen vor allem die Qualität der Routen und Wegnetze, die Weiterentwicklung der digitalen Plattformen, die stärkere Einbindung der Community und nachhaltige Organisation - und Finanzierungsstrukturen. Mehr dazu steht in unserem Newsletter zur «SchweizMobil-Strategie 2025+».

Ich bin Mountainbiker und interessiere mich primär für Singletrails. Welche Rolle spielen diese bei SchweizMobil?

Dominik Hug (DH): Singletrails haben einen hohen Stellenwert. SchweizMobil fördert deren Anteil von der Planung über die Beratung bis zur Qualitätsverbesserung bestehender Routen. 

 

«Neue MTB-Routen werden nur aufgenommen, wenn sie genügend attraktiv sind.» 

 

Ab Frühling 2026 werden zudem ausgewählte MTB-Trails mit Beschreibungen, Fotos, Schwierigkeit und Anreiseinfos separat dargestellt.

Wie gross muss der Singletrail-Anteil sein, damit eine Tour aufgenommen wird?

DH: Eine fixe Zahl zu nennen, wird der Sache nicht gerecht, da es bei den Routen auf das Gesamtpaket ankommt. Hat es auf einer Route nur einen einzigen attraktiven Singletrail, für den sich aber die Anfahrt lohnt, kann der Anteil rein quantitativ immer noch sehr tief sein. Die Tour möglichst mit einem Highlight abzuschliessen, wirkt sich auf die Erinnerung nachhaltiger aus, als ein reiner Zahlenwert. Wir setzen also bei der Gesamtqualität von neu aufzunehmenden Routen an.

Gibt es eine Möglichkeit, nur Routen angezeigt zu bekommen, die diesen Singletrail-Minimalanteil erreichen?

DB: Nein, das gibt es nicht. Über Filter wie «Singletrail-Touren», «Enduro» oder «Genial legal» lassen sich aber stark trailorientierte Routen finden. Der Singletrail-Anteil ist in den Routeninfos transparent ersichtlich.
DH: Künftig wollen wir besonders attraktive Trails stärker hervorheben und separat darstellen.

SchweizMobil unterstützt die Kantone in der Umsetzung des Veloweggesetzes. Wie kommen die Kantone voran?

DH: Die Kantone sind, wie in der Schweiz üblich, unterschiedlich unterwegs. Die Fortschritte sind unterschiedlich, insgesamt aber positiv. Viele Kantone sind weit fortgeschritten oder schaffen derzeit die nötigen Grundlagen. Auskunft darüber gibt auch die Roadmap Velo sowie der Halbzeitbericht des ASTRA zur Umsetzung des Veloweggesetzes (2025).

Manche Kantone nutzen den Bundesauftrag, um das Mountainbiken stärker zu regulieren und das Fahren auf schmalen Wegen einzuschränken. Wie reagiert SchweizMobil darauf?

DH: Wir sehen das eher als Einzelfälle. Wir weisen dann jeweils darauf hin, dass attraktive, legale Angebote der wirksamste Weg sind, die Nachfrage zu kanalisieren. Was die Revision von Waldgesetzen angeht: Die wären auch gekommen, wenn es das Veloweggesetz nicht gäbe. Dieses zwingt die Behörden, sich mit dem Thema strategisch auseinanderzusetzen. 

 

«Auf dieser Ebene wird schnell klar, dass mit Verboten allein nichts zu erreichen ist.»

 

SchweizMobil will die Digitalisierung der Toureninformationen vorantreiben. Was heisst das konkret – welche Features sind in Arbeit? 

DB: Unsere App soll die Tourenplanung noch einfacher und persönlicher machen. Zudem arbeiten wir daran, ein landesweites Velo- und Mountainbikewegnetz zu kommunizieren, das das Routenangebot ergänzen soll. An Ideen für neue Funktionen mangelt es nicht. Wir informieren, wenn diese nutzbar sind.

Nutzt ihr auch die Datenspuren, die Velofahrende hinterlassen, wenn sie auf Schweizmobil-Routen unterwegs sind und wenn ja welche?

DB: Datenschutz hat hohe Priorität. SchweizMobil wertet keine persönlichen Standort- oder Trackingdaten aus. Informationen zu Bezahlvorgängen stehen ausschliesslich unserem Kundensupport zur Verfügung, wenn Kunden sich mit Problemen oder Fragen zur Rechnung oder Zahlung melden.

Als Mountainbiker wüsste ich manchmal gern, ob in einem Gebiet die Wege wieder trocken oder noch nass und rutschig sind. Wäre es möglich, aufgrund von Wetterdaten, diese Information zur Verfügung zu stellen?

DH: Die Beurteilung ob rutschig oder nicht ist sehr individuell. Daher werden technische Lösungen schwerlich eine befriedigende Antwort liefern. Ein tagesaktueller Zustandsbericht rein aufgrund von Meteodaten würde den Ansprüchen nicht gerecht werden. Viel wichtiger erscheint uns die Information, ob gewisse Trails nach Starkniederschlägen geschont werden sollen. Dazu ist der Austausch mit den Trägerschaften nötig.

SchweizMobil ist eine öffentlich-private Partnerschaft. Zu welchen Anteilen ist die Finanzierung öffentlich, wie viel tragen Private?

DB: Rund 35 % der Aufgaben der Stiftung SchweizMobil werden durch die öffentliche Hand bestellt und bezahlt, der Rest durch private Finanzierung.

Wo kommen die privaten Mittel her?

DB: Die privaten Mittel setzen sich aus dem Bereich der Partnerschaften (Beiträge der Beherbergungspartner, Buchbare Angebote) sowie der SchweizMobil Plus Distribution zusammen.


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