Scott Genius: der erste Härtetest auf den Kanaren | Ride MTB

Scott Genius: der erste Härtetest auf den Kanaren

Kaum ist das neue Scott Genius in den Läden, ging das Allmountain-Bike bei Ride auf den Prüfstand: vier Wochen Touren-Recherche auf den Kanarischen Inseln. Die Ausbeute: ein Fahrbericht auf Herz und Nieren und 27 neue Singletrail-Touren auf Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzarote.

Die Kanarischen Insel sind als Fluchtort für wintermüde Mountainbiker längst bekannt, vor allem La Palma. Was auf den Inseln aber weitgehend fehlt ist eine Aufbereitung attraktiver Singletrail-Touren. Ride hat die Gunst der Stunde genutzt, ist für einen Monat für Touren-Recherche auf die Kanaren geflogen und hat dafür ein ofenfrisches Scott Genius Supertrail in die Kiste gepackt. Die Recherche-Reise war beste Gelegenheit, den Frischling von Scott auf den Prüfstand zu stellen.

Die Gene des Genius, den Charakter vom Ransom

Was bei der Produktelancierung Anfang November schon augenfällig war: Das neue Genius dürfte in der Supertrail-Variante mit grösszügigeren Feder-Genen das bisherige Ransom ersetzen. Tut es auch. Das Allmountain-Bike steuert sich bergab wie ein Enduro-Stuhl. Laufruhig und schluckfreudig. Die griffige Bereifung trägt das ihrige dazu bei. Das Genius ist aber kein träger Traktor, vielmehr will das Bike geführt werden. Die sportlichen Gene aus dem Hause Scott sind unverkennbar. Grosso modo: Wer das bisherige Scott Ransom in den Abfahrten hat schätzen gelernt, wird den Charakter im neuen Genius Supertrail wiedererkennen.

Der grosse Unterschied zum Ransom zeigt sich beim Genius Supertrail in den Aufstiegen. Das Genius klettert überraschend gut und hat unterwartet Schub bergauf. Dieser Vortrieb liegt sowohl am geringen Gewicht wie auch an den progressiven Geometriedaten mit dem steilen Sitzwinkel. Vor allem im Gelände zeigen sich diese Vorzüge, zum Beispiel auf Singletrails berghoch mit kleineren Absätzen und Stufen. Hier kommt eine ganz andere Power auf die Stollen wie zuvor beim Ransom. Will heissen: Das neue Genius hat bergauf die Gene seiner Allmountain-Mutter, dem bisherigen Genius. Bergab dagegen den Charakter des Enduro-Vaters, dem Ransom. Eine gelungene Kreuzung für Trail-Mountainbiker, die keinen Aufstieg scheuen.

Eingepackt fühlt sich toll an

Ein Wort noch zum eingepackten Federbein, der grossen Veränderung zur Vorgängerversion. In Sachen Fahrkomfort und Federeigenschaften läuft die Federung sauber und sensibel, wie zu erwarten. Auch der Zugang zu den Einstellhebeln und -Ventilen ist trivial. Funktional ein bewährtes System, das in den Kanaren aber einen besonderen Vorzug ausspielen konnte: Hier ist es sandig, staubig, immer wieder kommt Salzwasser dazu. Da fühlt es sich gut an, die Federeinheit geschützt verpackt zu wissen. Gerade bei solchen und auch bei schlammigen Bedingungen ist die integrierte Federkinematik ein klarer Vorteil.

Was Scott (und andere Hersteller auch) weiterhin nicht liefert, ist ein Rahmenlack, der einem Fahrrad im fünfstelligen Franken-/Eurobereich würdig ist. Einmal leicht an einer Kante angekommen, ist beim Genius gleich ein grösseres Stück Rahmenfarbe abgesplittert. Diesen Umstand kennt man von den früheren Modellreihen, scheint aber weiterhin ungelöst. Schade ist auch, dass an einem Rad wie diesem viel Plastik verbaut ist. Das mag dem tiefen Gewicht zuträglich sein, wirkt aber billig. So hat sich zum Beispiel die Kettenführung aus Plastik bereits nach wenigen Fahrten auf Nimmerwiedersehen in die Büsche verabschiedetet.

Fazit: ein Colt für alle Fälle!

Nach vier Wochen hat sich das Genius Supertrail zum soliden und verlässlichen Partner für die Touren-Recherche erwiesen. Mit dem Ding ist alles möglich, von der langen Auffahrt auf Asphalt bis zur knüppeldicken Singletrail-Abfahrt oder der schwindelerregenden Tragepassage. Alles bereits erlebt mit dem neuen Genius. Test bestanden! Das Bike wird nach der intensiven Kennenlernphase mein treuer Begleiter der Saison 2023. Ein Colt für alle Fälle!

https://www.scott-sports.com/ch/de/genius
 

Neue Touren auf den Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzarote

Das Genius war während einer vierwöchigen Touren-Recherche vor allem auf Gran Canaria mit Abstechern auch Fuerteventura und Lanzarote im Einsatz. Die Kanarischen Inseln gelten nicht von ungefähr als Mountainbike-Hotspot. Vor allem Gran Canaria überzeugt durchs Band – eine Insel mit fast unerschöpflichem Mountainbike-Potenzial. Inklusive einer Route, die zu den unbestritten weltbesten Abfahrten zählt (Pico de la Bandera)!

Hier die Ausbeute des vierwöchigen Recherche-Trips:

 

Kanarische Inseln im Dezember 2022:


Alles Wissenswerte zu Scott gibts im Ride-Brandguide für Scott

Passende Ride-Spotguides

Alles Wissenswerte zu Gran Canaria gibts im Ride-Spotguide für Gran Canaria.
Alles Wissenswerte zu Fuerteventura gibts im Ride-Spotguide für Fuerteventura.

Weitere News zu diesem Artikel