Williams und Höll gehen als Gesamtführende in die Sommerpause | Ride MTB

Williams und Höll gehen als Gesamtführende in die Sommerpause

Vallentina Höll Siegerin Downhill Weltcup Andorra

Jordan Williams und Valentina Höll festigen ihren Vorsprung in der Gesamtführung des UCI Downhill World Cup Saison 2026 mit souveränen Siegen in Pal Arinsal Andorra. Auf der schnellen und anspruchsvollen Strecke in den Pyrenäen setzen auch bei den Junioren Aletha Ostgaard und Jonty Williamson ihre Dominanz fort.

Jordan Williams übernimmt nach seinem dritten UCI World Cup Sieg die Führung in der Gesamtwertung bei den Elite Männer. Der 21-Jährige macht erstmals 2023 mit seinem Durchbruchssieg in der Lenzerheide während seiner ersten Elite-Saison auf sich aufmerksam. Nachdem er erst vor einer Woche in La Thuile seine dreijährige Wartezeit auf einen Sieg beendet, legt der Brite mit einem furchtlosen und dominanten Lauf in Pal Arinsal nach und gewinnt mit mehr als zwei Sekunden Vorsprung.

Der erfahrene Troy Brosnan setzt früh eine Bestzeit und zeigt eine saubere Fahrt durch die anspruchsvollen technischen Abschnitte der Strecke. Mit einer Zeit von 2:45.321 Minuten erreicht er letztlich Rang sieben. Nachdem Ethan Craik am Vortag die Quali zwei gewonnen hat, werden seine Hoffnungen durch einen Sturz im ersten Hochgeschwindigkeitsabschnitt zunichtegemacht. Auch Asa Vermette erlebt nach einem Kettenabwurf einen frustrierenden Lauf. Der amtierende UCI Downhill Weltmeister Jackson Goldstone sucht weiterhin nach seinem ersten Saisonsieg. Obwohl der Kanadier im oberen Streckenabschnitt Zeit gewinnt, verliert er im unteren Teil an Boden und überquert die Ziellinie mit mehr als drei Sekunden Rückstand auf die Bestzeit auf Rang sechs. 

Unter den anspruchsvollen Bedingungen zeigt Reece Wilson einen hervorragend kontrollierten Lauf und setzt mit 2:43.997 Minuten eine neue Bestzeit. Ein weiteres Nachwuchstalent, Max Alran, scheint auf Podiumskurs zu sein, bevor ihn ein Kettenproblem zurückwirft. Gesamtwertungsanwärter Amaury Pierron liegt auf Siegeskurs, bevor er in einem technischen Streckenabschnitt stürzt. Williams nutzt die Gelegenheit eindrucksvoll. Er baut während seines Laufs kontinuierlich Geschwindigkeit auf und unterbietet Wilsons Bestzeit um bemerkenswerte 2,331 Sekunden. Mit 2:41.666 Minuten stellt er die spätere Siegerzeit auf. Sein Teamkollege Finn Iles qualifiziert sich vor Williams und reist mit einer starken Saisonsbilanz an. Der Kanadier ist im ersten Abschnitt am schnellsten und gewinnt drei Zehntelsekunden, kann jedoch das Tempo von Williams in den technischen Passagen nicht mitgehen und beendet das Rennen als Fünfter mit drei Sekunden Rückstand.

Wildcard-Starter Bode Burke liegt noch auf Podiumskurs, als ein Sturz seinen Lauf beendet. Auch der Schnellste der Qualifikation, Lachlan Stevens-McNab, wird Opfer der schnellen und staubigen Bedingungen. Während Williams seinen zweiten UCI World Cup Sieg in Folge feiert, bedeutet das Rennen für Wilson eine willkommene Rückkehr auf das Podium. Sein zweiter Platz ist sein erster Podestplatz seit 2021. Ryan Pinkerton komplettiert die Top Drei und sichert sich damit das erste Elite UCI World Cup Podium seiner Karriere. Williams geht als Gesamtführender in die Sommerpause und hat 63 Punkte Vorsprung auf seinen Teamkollegen Iles.

Höll baut ihre Dominanz mit dem fünften Saisonsieg aus

Valentina Höll setzt ihre beeindruckende Form mit dem fünften Sieg in sechs Rennen fort und baut ihre Führung bei den Elite Frauen weiter aus. Auf dem Heimterrain des Fahrradherstellers Commencal zeigt die Österreicherin erneut ein fehlerfreies Wochenende und vergrössert ihren Vorsprung vor der Sommerpause.

Noch bevor das Rennen beginnt, muss das Frauenfeld einen schweren Rückschlag hinnehmen: Die zweifache UCI Downhill Weltmeisterin Myriam Nicole fällt nach einem Trainingssturz mit einem ausgekugelten und gebrochenen Finger für das Finale aus. Nachdem Anna Newkirk am vergangenen Wochenende die Qualifikation in La Thuile verpasst hat, findet sie in Andorra zu jener Form zurück, die ihr im vergangenen Monat den Sieg in der Lenzerheide gebracht hat. Die Amerikanerin greift die staubige Strecke mit viel Selbstvertrauen an und setzt mit 3:10.185 Minuten eine frühe Bestzeit, die ihr am Ende Rang vier einbringt.

Jenna Hastings folgt dicht dahinter. Trotz eines Rückstands von fast zwei Sekunden im oberen Streckenabschnitt fährt die Neuseeländerin einen überragenden unteren Teil der Strecke und landet nur fünf Hundertstelsekunden hinter Newkirk auf Platz fünf. Die untere Hälfte der Strecke erweist sich den ganzen Nachmittag über als entscheidend. Europameisterin Lisa Baumann baut Tempo auf und ist gut unterwegs, bevor ein Sturz ihren Lauf beendet. Gracey Hemstreet hingegen zeigt keinerlei Zurückhaltung auf einer Strecke, auf der sie vor zwölf Monaten gestürzt ist. Die Kanadierin setzt ihre starke Saison fort, fährt einen schnellen Mittelteil und nimmt Newkirks Bestzeit 2,9 Sekunden ab. Mit 3:07.202 Minuten übernimmt sie die Führung. Die vorletzte Starterin, Sacha Earnest, verliert direkt nach dem Start beinahe die Kontrolle und verfehlt nur knapp eine Streckenmarkierung. Trotz Zeitverlusten im technischen Mittelteil sichert sie sich als Dritte einen Podestplatz, 2,3 Sekunden hinter Hemstreet.

Als letzte Fahrerin auf der Strecke macht Höll ihre Ambitionen sofort deutlich und erarbeitet sich bereits bei der ersten Zwischenzeit sechs Zehntelsekunden Vorsprung. Obwohl sie im zweiten Abschnitt etwas Zeit verliert, schlägt die amtierende UCI Downhill Weltmeisterin genau dann zurück, wenn es zählt. Mit einem perfekten Schlussteil setzt sie sich in 3:06.717 Minuten um lediglich 0,485 Sekunden gegen Hemstreet durch. Der Sieg ist Hölls fünfter der Saison und festigt ihre Spitzenposition in der Gesamtwertung, die sie nun mit 553 Punkten anführt.

Ostgaard und Williamson setzen ihre Erfolgsserien bei den Junioren fort

Aletha Ostgaard unterstreicht einmal mehr ihr aussergewöhnliches Talent mit einem souveränen Sieg bei den Juniorinnen. Mit fast drei Sekunden Vorsprung holt sie ihren dritten Saisonsieg. Wie erwartet entscheidet sich der Kampf an der Spitze zwischen den drei stärksten Fahrerinnen der Kategorie auf den trockenen und staubigen Hängen von Pal Arinsal. Lina Frener reist nach Andorra mit dem Ziel ihres dritten UCI Women Junior Downhill World Cup Sieges des Jahres. Die Österreicherin zeigt einen starken Lauf durch die technischen Passagen und setzt mit 3:10.987 Minuten die erste Richtmarke. Marie Rosa Jensen liegt bei jeder Zwischenzeit nahezu gleichauf mit Frener, verliert jedoch im letzten Abschnitt etwas Zeit und kommt lediglich 0,002 Sekunden hinter der Österreicherin ins Ziel. Damit wird sie am Ende Dritte. Ostgaard hat bereits am Vortag mit der schnellsten Qualifikationszeit aller Juniorinnen und Elite-Frauen ihre Ambitionen unterstrichen.

Die Amerikanerin greift vom ersten Streckenmeter an, erarbeitet sich im oberen Abschnitt 1,7 Sekunden Vorsprung und baut diesen an jeder Zwischenzeit weiter aus. Mit einer Siegerzeit von 3:08.156 Minuten gewinnt sie mit beeindruckenden 2,831 Sekunden Vorsprung. Es ist ihr dritter Saisonsieg und gleichzeitig der siebte UCI World Cup Erfolg ihrer Karriere. Nur Valentina Höll hat in der Geschichte bei den Juniorinnen mehr Siege errungen. Nach sechs Rennrunden führt Ostgaard die Gesamtwertung mit 25 Punkten Vorsprung vor Frener an.

In der Kategorie der Junioren kehrt Jonty Williamson nach einem enttäuschenden Wochenende in La Thuile auf die oberste Stufe des Podiums zurück. Trotz eines kleinen Problems am Start findet Williamson schnell seinen Rhythmus, fährt mit beeindruckender Geschwindigkeit durch die oberen Streckenabschnitte und erarbeitet sich einen Vorsprung von mehr als einer Sekunde. Ein kurzer Schreckmoment kurz vor dem letzten Abschnitt, als sein Fuss kurz aus dem Pedal rutscht, bremst ihn nicht entscheidend. Er fährt zu einem souveränen Sieg. Kasper Hickman wird mit 1,29 Sekunden Rückstand Zweiter, während Malik Boatwright das Podium als Dritter komplettiert.

Rangliste