Kultmarke Nukeproof meldet sich zurück | Ride MTB

Kultmarke Nukeproof meldet sich zurück

Nukeproof ist zurück! Nach Besitzerwechseln startet die Kult-Mountainbike-Marke unter Belgian Cycling Factory neu durch. Mit britischem Know-how, Produktion in Belgien und frischer Bike-Palette ab 2026 knüpft der Downhill- und Enduro-Pionier an seine glorreiche Vergangenheit an.

Wiederauferstehung einer Kultmarke

Nukeproof, 1990 in den USA gegründet, war lange ein Inbegriff für progressive Geometrien, rennerprobtes Design und unzerstörbare Bikes. Auf Nukeproof-Bikes standen Athleten regelmässig auf Downhill-Weltcup- und Enduro-World-Series-Podesten– der bekannteste ist wohl Sam Hill, der 2017–2019 drei Enduro-Weltmeistertitel auf dem Nukeproof Mega einfuhr. Doch die Marke verschwand zuletzt beinahe von der Bildfläche, nachdem ihr damaliger Mutterkonzern Wiggle CRC Ende 2023 Insolvenz anmelden musste. Über Umwege gelangte Nukeproof an die Belgian Cycling Factory (BCF), Belgiens grössten Fahrradhersteller. Dieser übernahm Nukeproof 2025 von der Frasers Group (zu der Wiggle CRC gehörte) – Teil der BCF-Strategie, das Mountainbike-Segment auszubauen. «Nukeproof ist eine Marke mit einer unglaublichen Geschichte, einer äusserst loyalen Fangemeinde und dem Ruf, einige der spannendsten Mountainbikes der Welt zu bauen», sagt BCF-CEO Jochim Aerts. Man wolle dieses Erbe bewahren und zugleich in Innovation investieren, um bestehenden wie neuen Fahrern das Beste zu bieten.

Britisches R&D trifft belgische Produktionspower

Für BCF stand bei der Wiederbelebung von Nukeproof an erster Stelle, der Marke ihre Seele zu lassen. Daher wurde der «Kult-Downhiller» zurück in seine Heimat geholt: Die Entwicklungs- und Management-Teams sind wieder in Grossbritannien vereint. Clive Gosling, neuer Global Brand Director, und Russell Merry als Global General Manager leiten ein Kernteam aus ehemaligen Nukeproof-Mitarbeitern wie Produktmanager Steve Jamison und Chefingenieur Dale McMullan. Diese Schlüsselpersonen des ursprünglichen Nukeproof-Teams bringen ihr Know-how und das Verständnis der Marken-DNA ein. «Wir fangen mit einem weissen Blatt Papier und ohne Altlasten an – ich freue mich darauf, die Zukunft dieser legendären Marke mit so einem engagierten Team zu gestalten», so Gosling.

BCF unterstützt Nukeproof mit seiner modernen Infrastruktur und Fertigung. Zwar stammen die Rahmen vorerst weiter von bewährten Zulieferern, doch Lackierung, Endmontage und Qualitätskontrolle erfolgen in BCFs High-Tech-Fabrik in Belgien. Nukeproofs Führung in England und BCFs Produktionsstärke in Belgien ergeben eine perfekte Symbiose: «Mit diesem starken Führungsteam im UK und den Stärken von BCF bin ich überzeugt, dass wir erfolgreich sein werden», betont CEO Aerts. Für Händler und Kunden bedeutet die Integration in BCF zudem ein neues Vertriebsnetz: Ab Q3 2025 sind Nukeproof-Bikes wieder über den Fachhandel erhältlich – ein grosser Schritt weg vom reinen Direktverkauf der Vergangenheit.

Starker Partner in der Schweiz

Für den Schweizer Markt bedeutet der Relaunch ebenfalls Bewegung: die Ofelec AG, bestehender Distributor von Ridley, Merckx, Cago und Moustache Bikes nimmt ab sofort auch Nukeproof in sein Programm auf. Die Modelle sind somit auch in der Schweiz über den Fachhandel erhältlich, inklusive Service und Support.

Neue Bikes ab 2026: Vollgas von Trail bis Downhill

Der brandneue Prototyp des Nukeproof Dissent Downhill-Bikes auf der Eurobike 2025. Unter BCF-Regie feilt Nukeproof an der Rückkehr in die Königsklasse des Gravity-Sports. Das überarbeitete Hinterbaudesign mit hochwertigen Keramiklagern zeugt vom hohen Entwicklungsanspruch.

Zur Dealer Show 2025 präsentierte BCF erstmals wieder eine komplette Nukeproof-Modellpalette für 2026. Diese Gravity-Kollektion deckt alle Spielarten ab – vom Trailbike bis zur Downhill-Maschine. Neu im Programm ist das völlig neue Nukeproof Reactor, ein agiles Trail/All-Mountain-Bike. Die Neuauflage des Reactor wurde noch vom ursprünglichen Nukeproof-Ingenieursteam entwickelt, kam aber wegen der Krise nie auf den Markt. Unter den neuen Inhabern wird dieses Projekt nun Realität. Der Rahmen erhielt u.a. einen anpassbaren Flip-Chip, um wahlweise 29"- oder Mullet-Laufräder fahren zu können.

Auch im Enduro-Bereich knüpft Nukeproof nahtlos an: Das bewährte Mega (mit dem Sam Hill seine Erfolge feierte) bleibt der Race-Bolide für Enduro-Fans, während das Giga als Super-Enduro/Freeride-Maschine weiterhin die gröbsten Abfahrten meistert. Für die Jüngsten gibt es die Cub-Scout-Kids-Bikes in mehreren Laufradgrössen, sodass schon Nachwuchs-Shredder auf Nukeproofs Qualität setzen können. Ergänzt wird die Palette durch das Hardcore-Hardtail Scout und diverse Komponenten (z.B. Horizon-Pedale – Sam Hills Flat-Pedal-Wahl).

Produkt-Highlights im Überblick:

  • Reactor – Trailbike (140 mm Federweg) für verspielte All-Mountain-Abenteuer, jetzt neu mit Mullet-Option und optimierter Geometrie.
  • Mega – Enduro-Racer (160 mm) mit Rennsport-Genen, bekannt durch mehrfachen Enduro-WM-Titelgewinn.
  • Giga – Super-Enduro/mini-DH-Bike (170+ mm), gebaut für gröbste Lines und Bikepark-Einsätze.
  • Dissent – Downhill-Bike (200 mm) im Prototyp-Stadium, Rückkehr einer Legende mit modernisiertem Hinterbau für World-Cup-taugliche Performance.
  • Megawatt – E-Enduro (170 mm) mit neuem Carbonrahmen und dem integrierten Sran Eagle Powertrain Motor-System, das 90 Nm Drehmoment und 720 Wh Akku-Power liefert. Die bereits vorgestellte Carbon-Megawatt zeigt eindrucksvoll, wie konkurrenzfähig Nukeproof im E-MTB-Sektor ist.
  • Cub-Scout – Kinder-MTB in 20", 24" und 26", damit auch die Youngsters auf echten Trail-Bikes fahren können.

Mit dieser breit aufgestellten Palette unterstreicht Nukeproof seinen Ruf als Trail und Gravity-Spezialist. Vom flowigen Trail bis zur Downhill-Strecke – für jedes Terrain bietet die Marke nun das passende Bike. Dabei bleibt man der Linie treu, robuste und renntaugliche Bikes mit topaktueller Technik zu liefern – ganz so, wie es die Fans von früher kennen.

Zurück auf der Rennstrecke!

Die Rückkehr von Nukeproof ist nicht nur auf dem Papier vollzogen – man will auch im Renngeschehen wieder Flagge zeigen. Geplant ist ein Comeback in den grossen Rennserien, vom Enduro World Cup bis hin zur Downhill-Weltcupbühne. «Ride punk, work hard» lautete einst Nukeproofs Devise, und dieser Spirit soll neu aufleben. Erste Prototypen – wie das Dissent DH-Bike – wurden bereits auf Events wie der Eurobike 2025 gesichtet, was Lust auf mehr macht. Auch ein Werksteam ist in Vorbereitung, um die Produkte im harten Wettkampf zu erproben und weiterzuentwickeln.

Nicht zuletzt knüpft Nukeproof mit seiner Rennsport-DNA an frühere Erfolge an. Namen wie Sam Hill stehen sinnbildlich für diese Ära – und der Spirit solcher Legenden soll die neue Generation von Nukeproof-Bikes antreiben. „Wir wollen Nukeproof wieder zu einer der bedeutendsten Mountainbike-Marken weltweit machen“, sagt General Manager Merry. Mit der Unterstützung von BCF, dem frischen Kapital und Know-how, sowie der ungebrochenen Leidenschaft des Teams scheint dies mehr als ein ambitioniertes Ziel zu sein. Die Weichen sind gestellt: Nukeproof ist bereit, 2026 voll durchzustarten – auf Trails, in Parks und auf den Rennstrecken dieser Welt.

Bilder

Weitere Informationen gibt es hier


Hinweis: Dieser Inhalt stammt von einem kommerziellen Partner von Ride.