Betrüger klaut Identität von Youtuber und bestellt E-Bikes für 50’000 USD | Ride MTB

Betrüger klaut Identität von Youtuber und bestellt E-Bikes für 50’000 USD

Kein Tag ohne neue Online-Scam-Masche. Identitätsdiebstahl gehört zu den Klassikern, im Namen einer anderen Person Dinge bestellen ebenfalls. Dieser Betrüger liess sich im Namen des Bike-Youtubers Seth Alvo Testbikes für 50’000 Dollar liefern. Das Ungewöhnliche an dieser Story: Der Gauner wurde geschnappt. Trotz seines relativ geschickten Einsatzes von KI.

Seth Alvo ist das Gesicht des YouTube-Kanals Berm Peak. Regelmässig unterzieht er Bikes ungewöhnlichen Tests, zum Beispiel versucht er mit einem Billig-Fatbike zu surfen oder mit einem Tandem einen 650 kg schweren Anhänger einen Hügel hochzuziehen. Die Videos des US-Amerikaners werden millionenfach angeschaut.

In einem seiner neusten Beiträge ist die Challenge eine neue: Wie kommt das Berm-Peak-Team an den Typen ran, der im Namen Seth Alvos Fahrradfirmen kontaktiert, um sie dazu zu bringen, ihm ihre Produkte zu schicken.

Dabei scheint ihm KI, namentlich ChatGPT, zu helfen. Die E-Mails treffen den Ton des bekannten Youtubers ziemlich gut, zudem wirken die Konzept-Vorschläge, die der Scammer den Bike-Firmen macht, durchdacht. Seth sagt es selber: Man muss ihn persönlich kennen, um zu erkennen, dass eine E-Mail nicht von ihm stammt. Auch die gefälschten Youtube-Statistiken entlarvt nur ein Online-Marketing-Profi, ist Alvo überzeugt.

Der Scammer wird unvorsichtig

Clever ist auch, dass der Betrüger anfänglich nur Firmen anschreibt, mit denen Seth Alvo nicht in Kontakt ist. Dennoch werden einige stutzig und schreiben den Influencer per Direktnachricht an, um ihn zu fragen, ob eine E-Mail, die sie erhalten hätten, wirklich von ihm stamme. Andere tun das nicht und schicken E-Bikes und anderes Material an eine Adresse, die nicht jene des Content Creators ist. Auf 50’000 Dollar schätzt er den Wert aller Produkte, die gutgläubige Mitarbeitende dem Gauner geschickt haben. Mit der Zeit wird der falsche Seth Alvo unvorsichtig und versucht Firmen für eine Zusammenarbeit zu gewinnen, mit denen Alvo regelmässig im Gespräch ist. Nach und nach stösst Alvos Team auf Dutzende Fahrrad-Brands, die vom Scammer Post erhalten haben.

Zusammen mit geschädigten Unternehmen und der Polizei gelingt es schliesslich, den Verdächtigen in Greensboro, North Carolina, zu schnappen. Noch ist er nicht verurteilt und gilt deshalb als unschuldig. Um die Bikes mitzunehmen, die die Beamten bei ihm entdeckt haben, müssen sie einen Lastwagen mieten. Dass er für einmal gelungen ist, einen mutmasslichen Online-Betrüger dingfest zu machen, liegt freilich auch daran, dass er nicht auf Zahlungsdaten oder andere digitale Beute aus war, sondern sich Bikes an eine Adresse liefern liess. Trotzdem brauchte es einiges an Ermittlungen, um den Hochstapler dingfest zu machen, wie im Video zu erfahren ist.


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