Franken-Kurs: Lieferanten brauchen Zeit | Ride MTB

Franken-Kurs: Lieferanten brauchen Zeit

In der Schweizer Bike-Lieferantenszene wirkte die Aufhebung des Euro-Mindestkurses wie ein Erdebeben. Nun bitten mehrere Lieferanten beim Fachhandel um Geduld, um sich auf die neue Situation einstellen zu können.

Bisher hatte die Agentur Felix, Schweizer Distributor für Rotwild, als erster und einziger Anbieter der Schweizer Fahrradbranche unverzüglich reagiert, die Verkaufspreise nach unten anzupassen. Weitere Anbieter aus der Schweizer Bikes- und Parts-Lieferantenszene weisen darauf hin, dass die Währungsprozesse einer starken Dynamik unterliegen und deshalb nicht sofort reagiert werden könne.

Chris Sports, Distributor von Brands wie Rocky Mountain, Evoc oder Race Face, berichtet gegenüber dem Fachhandel: «Wir werden die Entwicklungen im Auge behalten und die Kursvolatilität, insbesondere vom Schweizer Franken zum Euro und zum US Dollar, sehr genau beobachten. Notwendige Korrekturmassnahmen werden wir nach der Konferenz der Europäischen Zentralbank (EZB) implementieren. Die bevorstehenden Entscheide werden die Devisenkurse beeinflussen. Da diese Prozesse derzeit einer erheblichen Dynamik unterliegen, halten wir kurzfristige Massnahmen für überstürzt und nicht angemessen. Wir werden diese in einem zweiten Schritt Anfang Februar bekanntgeben.» Chris Sports weist weiter darauf hin, dass durch den tiefen Euro zum USD mit Preiserhöhungen der Endverbraucherpreise in Europa zu rechnen ist.

Auch bei Cannondale Schweiz laufen derzeit Diskussionen, wie mit der neuen Situation umzugehen ist. Der Fachhandel wird um Verständnis gebeten, dass innerhalb weniger Tage die Rechnungsstellung nicht anpassbar sei. Es wird darauf hingewiesen, dass es dem Fachhandel freisteht, «momentan nicht benötigte und gewünschte Auslieferungen, die für die kommenden zwei bis drei Wochen geplant sind, zu vermeiden, in dem Sie diese proaktiv zeitlich verschieben».

Bei der Arthur Rüegg Fahrrad Zubehör AG, Reifenlieferant für die Schweizer Bike-Händler mit Marken wie Continental, Maxxis oder Michelin, setzt man sich ebenfalls intensiv mit der Situation auseinander, bittet aber um Geduld: «Der Entscheid der SNB vom 15.1.2015 hat uns sehr überrascht. Intern wie extern laufen aktuell die Diskussionen, wie wir auf die veränderten Rahmenbedingungen reagieren werden. Wir hoffen, Ihnen noch diese Woche eine Information geben zu können, um weiterhin gemeinsam erfolgreich Geschäfte tätigen zu können.»


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