Sina Frei ist Weltmeisterin und Koller Dritte, Pidcock holt zweiten Titel | Ride MTB

Sina Frei ist Weltmeisterin und Koller Dritte, Pidcock holt zweiten Titel

Sina Frei krönt ihre bisher erfolgreichste Saison mit dem Weltmeistertitel im Cross Country!

Sina Frei krönt eine herausragende Saison mit ihrem ersten Elite-Weltmeistertitel im Cross Country und führt mit Nicole Koller ein Schweizer Doppelpodest an. Bei den Männern stürmt Tom Pidcock aus der fünften Startreihe zu Gold. Silber und Bronze gehen an Charlie Aldridge und Cole Punchard. Auch der Schweizer Nachwuchs glänzt: Anina Hutter holt Silber hinter der Italienerin Valentina Corvi, die Geschwister Nicolas und Monique Halter fahren jeweils zu Bronze.

Der letzte Tag der Mountainbike-Weltmeisterschaften im Val di Sole wird zu einem weiteren Schweizer Medaillenfest. Sina Frei fährt bei den Elite-Frauen überlegen zum Weltmeistertitel, Nicole Koller holt Bronze. Zuvor stehen bei den U23-Frauen gleich drei Schweizerinnen unter den ersten vier, Nicolas Halter ergänzt die Bilanz mit Bronze. Bei den Männern setzt sich Tom Pidcock nach einer spektakulären Aufholjagd durch.  

Frei lässt nichts anbrennen

Bei den Elite-Frauen macht Sina Frei früh klar, dass der Titel an diesem Tag nur über sie führt. Zunächst übernimmt Titelverteidigerin Jenny Rissveds das Kommando, doch bereits nach rund sechs Minuten geht Frei an die Spitze. Was danach folgt, ist eine Demonstration. Die Schweizerin fährt die steilen Anstiege konsequent auf Zug, erholt sich in den Abfahrten und baut ihren Vorsprung Runde für Runde aus. Nach sieben Runden gewinnt sie in 1:27:50 Stunden mit mehr als einer Minute Reserve.  

Für die 29-Jährige schliesst sich damit im Val di Sole ein Kreis. 2021 hatte sie hier ihren ersten Short-Track-WM-Titel gewonnen und im Cross Country Bronze geholt. Fünf Jahre später folgt am selben Ort das erste Regenbogentrikot in der olympischen Disziplin. Nach ihren beiden EM-Titeln im Short Track und Cross Country sowie dem Weltcup-Doppelsieg eine Woche zuvor in Les Gets setzt Frei ihrer Saison damit die Krone auf. Sie ist nach Silvia Fürst 1992 und Jolanda Neff 2017 erst die dritte Schweizer Cross-Country-Weltmeisterin.  

Hinter ihr entwickelt sich ein packendes Duell um Silber. Martina Berta liegt zunächst vorne, ehe Nicole Koller in der fünften Runde vorbeizieht. Die beiden erreichen praktisch gemeinsam die Zielgerade, wo die Italienerin vor Heimpublikum ihre Sprintstärke ausspielt. Berta holt Silber und Koller, nachdem sie im Weltcup so oft auf Rang vier fuhr, schliessich zu Bronze. Beide werden mit 1:07 Minuten Rückstand gewertet. Für die Schweiz sind es erstmals seit 1995 wieder zwei Medaillen im selben Frauen-WM-Rennen.  

Weniger glücklich läuft der Tag für Alessandra Keller. Schon nach rund vier Minuten springt ihr die Kette ab, in der dritten Runde passiert dasselbe nochmals. Die Titelverteidigerin im Short Track kämpft sich immerhin noch auf Rang 13 zurück. Auch Rissveds wird vom Defektpech getroffen und muss das Hinterrad wechseln. Die Schwedin beendet ihre Titelverteidigung auf Rang sieben. Puck Pieterse wird Vierte, Short-Track-Weltmeisterin Laura Stigger aus Österreich Achte.  

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Pidcock kommt von weit hinten

Bei den Männern richten sich vor dem Start viele Augen auf Tom Pidcock und Mathieu van der Poel. Beide müssen wegen ihrer wenigen Weltcupstarts aus der fünften Reihe ins Rennen. Die Ausgangslage ist identisch, das Ergebnis könnte unterschiedlicher kaum sein.

Pidcock steckt nach dem Start zunächst um Rang 30 fest, arbeitet sich aber mit enormem Tempo nach vorne. Bereits in Runde zwei liegt der Brite auf Rang acht, in der vierten Runde erreicht er die Spitzengruppe. Und das trotz eines heftigen Trainingssturzes am Freitag, nach dem ihm zu Beginn des Rennens noch der Rücken Probleme bereitet.  

Vorne sorgen zunächst Weltcup-Sieger Adrien Boichis, Martín Vidaurre und Charlie Aldridge für das Tempo. Doch je länger das Rennen dauert, desto stärker wird Pidcock. In der Schlussphase reduziert sich die Spitzengruppe immer weiter. Vidaurre verliert durch einen Hinterraddefekt seine Medaillenchance, während Pidcock am letzten grossen Anstieg auch Aldridge distanziert. Mit neun Sekunden Vorsprung geht er in die Schlussrunde und baut diesen bis ins Ziel auf 17 Sekunden aus. Nach 1:25:26 Stunden steht Pidcock nach 2023 zum zweiten Mal als Cross-Country-Weltmeister fest.  

Hinter ihm komplettieren Charlie Aldridge und Überraschungsmann Cole Punchard das Podest. Der Kanadier startet lediglich von Position 27, kämpft sich ebenfalls durchs Feld und holt mit 31 Sekunden Rückstand Bronze. Vidaurre wird trotz Defekt Vierter, Boichis Fünfter. Van der Poels Aufholjagd kommt dagegen nie richtig in Gang. Der Niederländer beendet das Rennen mit 4:40 Minuten Rückstand lediglich auf Rang 30.  

Dafür setzen die Schweizer ein starkes Ausrufezeichen hinter dem Podest: Dario Lillo wird Siebter, Filippo Colombo Achter und Fabio Püntener Neunter. Direkt dahinter komplettiert der Deutsche David List als Zehnter eine bemerkenswerte DACH-Serie mit vier Fahrern in Folge in den Top Ten.  

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Schweizerinnen jagen Corvi

Schon am Morgen dominieren Italien und die Schweiz das Rennen der U23-Frauen. Valentina Corvi unterstreicht ihre Rolle als grosse Favoritin. Die Italienerin, die in dieser Saison bereits fünf Weltcuprennen gewonnen und mit einer überragenden Runde entscheidend zum italienischen Team-Relay-Titel beigetragen hatte, übernimmt früh die Spitze und gibt sie nicht mehr ab. Nach sechs Runden gewinnt Corvi in 1:19:34 Stunden.  

Dahinter wird das Rennen zur Schweizer Angelegenheit. Anina Hutter fährt mit 43 Sekunden Rückstand zu Silber. Short-Track-Weltmeisterin Monique Halter holt weitere 1:12 Minuten später Bronze, Fiona Schibler wird Vierte und Mara Winter Siebte. Damit klassieren sich vier Schweizerinnen unter den ersten sieben.  

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Halter komplettiert seine WM

Bei den U23-Männern fällt die Entscheidung spät. Die Deutschen Benjamin Krüger und Paul Schehl sorgen zunächst mit hohem Tempo dafür, dass sich eine rund siebenköpfige Spitzengruppe bildet. Schehl war nach neun Weltcupsiegen in dieser Saison einer der grossen Favoriten. In der fünften von sieben Runden schlägt jedoch Naël Rouffiac zu. Der Franzose löst sich von der Spitzengruppe und verteidigt seinen Vorsprung bis ins Ziel.  

Nach 1:17:20 Stunden gewinnt Rouffiac neun Sekunden vor seinem französischen Landsmann Alix Andre-Gallis. Nicolas Halter folgt weitere vier Sekunden später auf Rang drei. Für den Schweizer ist es bereits die zweite Einzelmedaille dieser WM: Drei Tage zuvor hatte er im Short Track den Weltmeistertitel geholt. Benjamin Krüger wird Fünfter, Paul Schehl Sechster.  

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