Stuttgart in Aufruhr: Red Bull plant Downhill-Rennen in der Stadt
Plötzlich ist da ein Datum: 4.–6. September 2026. Dann soll Red Bull Cerro Abajo wieder nach Europa kommen. Und zwar nach … Trommelwirbel … Stuttgart! Die Hauptstadt der Zwei-Meter-Regel wie die Landeshauptstadt Baden-Württembergs auch genannt wird, soll zur Downhill-Arena werden. Klingt erstmal wie ein Aprilscherz im Januar.
Cerro Abajo nennt Red Bull seine Serie von City-Downhill-Rennen, die sie seit Jahren in lateinamerikanischen Städten abhalten. Bekanntestes Rennen ist jenes im chilenischen Valparaiso. 2025 gab es die europäische Premiere in Genua. Jetzt Deutschland ins Visier zu nehmen, ergibt wirtschaftlich Sinn. Angesichts des Gegenwinds der dem Mountainbiken gerade in Baden-Württemberg immer noch entgegenbläst, ist Stuttgart jedoch ein Veranstaltungsort, der bei einigen glatten Unglauben hervorruft. «Was Cooles in Stuttgart? Glaub ich erstmal nicht», schreibt ein Kommentator. «geil geil geil» ein anderer.
Gerüchte eines Cerro-Abajo-Events in Stuttgart kursieren seit Herbst, mehr war dazu nicht bekannt. Das Datum findet sich seit wenigen Tagen im Event-Kalender der UCI. Und auch danach wusste erstmal niemand etwas Konkretes. Weder Red Bull noch die Stadt bestätigten.
Es gibt schon einen Streckenplan
Inzwischen hat die Stuttgarter Zeitung herausgefunden, dass dem Bezirksbeirat Süd der Stadt ein möglicher Streckenplan vorgestellt wurde. Der Start könnte demnach im Weissenburgpark im Süden der Stadt sein, von dessen Aussichtspunkt man auf die Stadt hinunterblickt. Danach würde sich der Kurs durch einen weiteren Park namens Bopseranlage schlängeln, danach durch das Heusteigviertel, um auf dem zentral gelegenen Wilhelmsplatz zu enden. Mtb-news hat den potenziellen Streckenplan veröffentlicht.
Die in einem steilen Talkessel gelegene Stadt hat definitiv das Relief für eine spektakuläre Downhill-Strecke durch Parks, enge Strassen und Treppen. Der Zeitungstitel «Lässt Red Bull Mountainbiker durch Stuttgart rasen?» verrät aber auch Skepsis angesichts des Spektakels in einer Stadt, die sich seit Jahrzehnten schwer tut mit der Liebe der Mountainbiker zu steilen, schmalen Wegen. Widerstand ist dem Projekt so gut wie sicher. Man denke nur an die endlosen Diskussionen vor und nach der UCI-Rad-WM in Zürich. Cerro Abajo dauert wenigstens nur ein Wochenende. Aber die Debatte darum hat gerade erst begonnnen.