Deutschland 2025: Das legale Angebot wächst trotz Rückschlägen | Ride MTB

Deutschland 2025: Das legale Angebot wächst trotz Rückschlägen

Himmelsleiter Trails Köln

In Deutschland geht was: diverse aus lokalen MTB-Communities heraus entstandene Trails sind 2025 in Betrieb gegangen. Deutschland im Rückwärtsgang: die langjährigen Deister-Trails müssen schliessen, ein bayerischer Landkreis will die 1,5-m-Regel und ein Bikepark ist pleite.

Himmelsleiter-Trails

Da ist dieses Bild: ein Trail, der sich in Schlangenlinien durch einen kahlen Winterwald zieht. Sein Name: Himmelsleiter. Genau genommen ist es zwar die Treppe daneben, die diesen Namen trägt, aber die Trails an dieser Aufschüttung aus dem Tagebau in der Nähe von Köln heissen nun ebenfalls so. Gebaut haben sie Mitglieder der lokalen DIMB IG Erft. Weitere sollen folgen. 

Eigentlich gilt auf den bestehenden Wegen Koexistenz, aber wegen des Trail-Wildwuchses im Naturschutzgebiet musste eine kanalisierende Lösung her. Die DIMB (Deutsche Initiative Mountainbike) unterstützt solche Projekte mit dem nötigen Verwaltungs-, Organisations- und Trailbauwissen sowie etwas Geld. Die DIMB IG Erft ist für den Unterhalt verantwortlich.

Weitere Community-Trail-Eröffnungen in Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz sind an mehreren Orten neue Strecken aufgegangen, so die Naheland-Trails in Bad Kreuznach, einer davon mit dem ungemütlichen Namen Flak-Trail. Der Naturtrail in Deidesheim enthält mehrere rote und schwarze Abschnitte. Auch der Aufstieg und Zubringerweg hat einen Namen: Edelschweiss. Im Pfälzerwald sind seit Mai 2025 die Pirmasenser MTB-Pfade in Betrieb, die die Locals Bärmesenser MTB-Päädelscher nennen. Es sind kurze Abschnitte, die sich zu unterschiedlichen Trail-Runden kombinieren lassen.

Graubünden Ferien und die DIMB arbeiten zusammen

Interessant für Mountainbikerinnen in Deutschland, die Trails in den Bündner Alpen fahren wollen: Graubünden Ferien, die Tourismus-Organisation des Kantons, sponsert die DIMB. Preiswerte Spezialangebote für DIMB-Mitglieder sind in Arbeit. Zudem hat die DIMB im Sommer 2025 einen motivierten Bautrupp ins Trailbuild-Camp am Maighelspass geschickt.

1,5-m-Regel droht in Miesbach, Bayern

Bayern bleibt harter Boden für Trailbiker. Der Landkreis Miesbach arbeitet an der Einführung einer 1,5-Meter-Regel, gemäss der Wege unter 150 Zentimeter Breite nicht befahren werden dürfen. Die DIMB wehrt sich zusammen mit dem Deutschen Alpenverein und dem Deutschen Radfahrerbund. Unter anderem verweisen sie auf die 2-Meter-Regel im Schwarzwald und die Unmöglichkeit, im Einzelfall festzustellen, ob ein Weg nun 2 Meter breit ist oder doch etwas schmaler. Daraus ergibt sich, dass diese Regel keine Rechtssicherheit schafft und nicht geeignet ist, Konflikte – ob real oder eingebildet – zu entschärfen. 

Die Landkreisverwaltung ist inzwischen auf eine Zonenlösung umgeschwenkt, die die DIMB als Singletrail-Verbot durch die Hintertür bezeichnet. Dies, weil der LK zugleich kundtat: «Sollte die Zonierung nicht vom Kreistag beschlossen werden, tritt ab 1. April 2027 ein flächendeckendes Verbot für Wege unter 1,5 Meter in Kraft.», wie der Münchner Merkur berichtet. Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen und wie jeder weiss, der sich mit dem Thema beschäftigt, beruhigen Verbote die Situation genau so wenig, wie Fahrverbote, die mit dem Doppelmeter nachgemessen werden müssen.

Letzte Runde am Deister

Schlecht läuft es auch am Deister in der Umgebung von Hannover. Ride hat Ende 2024 ausführlich darüber berichtet, dass die Bewilligung für die vom lokalen Bike-Verein Deisterfreunde mit viel Engagement betriebenen Trails am 31. Dezember 2025 ausläuft. Eine Einigung war nicht möglich. Gemäss Umweltdezernat, weil die Trails in der aktuellen Form nicht bewilligungsfähig sind. Die Deisterfreunde bezichtigen den Umweltdezernenten hingegen der Falschaussage. Die Behauptung, dass die legalen Trails den illegalen Trailbau nicht einschränken, sondern befeuern, hat auch ein Team des NDF-Formats Strg_f als realitätsfremd entlarvt. 

Die Verwaltung arbeitet angeblich an einer neuen Lösung, in die andere Radsportvereine einbezogen werden sollen. Die Deisterfreunde sind im Dezember mit 350 Bikerinnen, Bikern und Kindern die letzte Runde gefahren.

Leere Kassen zwingen Bikepark im Schwarzwald in die Knie

Nicht das Gesetz oder dessen Auslegung durch die Verwaltung ist das Problem des Bikeparks Bad Wildbad, sondern dessen Wirtschaftlichkeit. Die Krise der MTB-Branche trifft den Adventure Bike Shop, der die Strecken in Bad Wildbad betreibt und unterhält. Diese seien nicht rentabel zu betreiben, was für einen Händler in der Krise nicht tragbar ist. Die lokalen Behörden diskutieren deshalb eine Übernahme durch einen lokalen Verein. Klar scheint: Geld lässt sich mit dem Mini-Bikepark keines verdienen.

Das Jahr 2025 zeigt: Der Zugang zu Singletrails hängt in Deutschland an den meisten Orten vom freiwilligen Engagement der lokalen Community und der Unterstützung durch die DIMB ab.