Organisiert euch! 2025 brachte wichtige Erfolge für Österreichs Biker | Ride MTB

Organisiert euch! 2025 brachte wichtige Erfolge für Österreichs Biker

Auf den Burgenland Trails, ganz im Osten Österreichs, stehen die Strecken ganzjährig offen

Die MTB-Szene in Österreich wächst und vernetzt sich auf allen Ebenen. Ausserdem wurde erstmals ein Lift nur für Biker gebaut und Mountainbiken verzeichnete die meisten Renn-Teilnehmer im Radsport. Aber es gab auch Pleiten zu vermelden.

Institutionalisierung von oben


Im August 2025 nahm die neu geschaffene österreichische Mountainbike-Koordinationsstelle des Bundes ihre Arbeit auf. Vier Ministerien und alle neun Bundesländer finanzieren diese Institution, die bis Ende 2026 eine landesweite Mountainbike-Strategie erarbeiten soll. Mit Karl Morgenbesser, dem Verantwortlichen hinter der Wexl Trail Area, und dem ehemaligen Intersport Austria CEO Thorsten Schmitz haben zwei ausgewiesene Experten den Zuschlag für diese Pionierarbeit erhalten. Sie haben bis 2033 Zeit und insgesamt stehen 2,8 Millionen Euro Budget zur Verfügung, um die Strategie zu erarbeiten sowie unter Einbeziehung aller Stakeholder umzusetzen und zur Realität werden zu lassen.


Organisation von unten


Auch die Mountainbike-Szene selbst war 2025 sehr aktiv. So wurde der Österreich-Ableger der International Mountain Bicycling Association (IMBA) gegründet. Erklärtes Ziel der IMBA Austria ist es, „einfach in Ruhe Biken zu können“. Dafür wird die österreichweite Plattform gesammeltes Wissen zur Verfügung stellen und lokale Initiativen dabei unterstützen, Lösungen im Dialog zu finden. Mountainbiken soll zum gesellschaftlich etablierten Ganzjahresport werden, den man im ganzen Land und im Einklang mit der Natur sowie allen Beteiligten legal vor der Haustür betreiben kann.


Aufbegehren


Seit April 2025 kann man in Österreich das neue Volksbegehren „Mountainbiken Freies WEGERECHT“ (sic!) online unterstützen. Initiator ist der gelernte Förster und studierte Politikwissenschaftler Gerald Simon. Als begeisterter Mountainbiker will er endlich ohne das ungute Gefühl im Bauch, beim Radeln Unrechtes zu tun, seinem Hobby frönen will. Denn in Österreich ist Radfahren im Wald generell verboten. Bis Herbst 2026 hat er Zeit, insgesamt 100.000 Unterschriften zu sammeln, damit sich das Parlament mit der Thematik befassen muss. Österreichische Staatsbürger können das Volksbegehren online unterstützen.
 

Erster Mountainbike-Lift Österreichs
 

Mountainbiken ist das neue Skifahren. Auch wenn man in der selbst ernannten Ski-Nation Nummer eins den Klimawandel gerne weg leugnet, haben erste Regionen die Zeichen der Zeit erkannt und setzen auf Biken als Zukunftsmodell. Paradebeispiel ist die Wexl Arena in St. Corona. Mangels Schnees hat sich das Skigebiet in der Nähe von Wien in den vergangenen Jahren immer mehr dem Mountainbiken verschrieben – mit großem Erfolg. Bei entsprechender Schneelage gibt es zwar immer noch ein paar kleine Pisten, doch mehr und mehr Trails sind mittlerweile ganzjährig befahrbar – Tendenz steigend. Im Sommer 2025 wurde ein neuer Schlepplift ausschließlich für den Bikepark-Betrieb gebaut. Das gab es in Österreich noch nie.
 

Pleiten
 

Leider war 2025 auch ein Jahr, in dem Trails verschwunden sind. So schlossen die Pforten des Trailland Miesenbach in der Oststeiermark nach der Weihnachtspause 2024/2025 endgültig. Aus wirtschaftlichen Gründen musste die Betreiberfamilie des Gasthauses, des Liftes und der Trails einen Schlussstrich ziehen. Auch der Bikepark Königsberg in Niederösterreich, wo im Mai 2025 noch die österreichische Downhill-Staatsmeisterschaften ausgetragen wurden, sperrt zu. Über die Betreiber-Firma Königsberg-Hollenstein Skilifte GmbH wurde im November das Konkursverfahren eröffnet. 
 

Neuer Bikepark
 

Gute Neuigkeiten kommen aus Puchberg im Süden Niederösterreichs. Hier fand im Mai 2025 der Spatenstich zum Bau des neuen Alpenbikepark Schneeberg statt. Im Frühling 2026 werden die ersten Trails öffnen, bis 2028 sollen alle 15 Kilometer Trails fertig sein. Vor allem auf die Freeride-Line darf man gespannt sein, denn hier baggert der Rampage-erfahrene C-Dog, alias Clemens Kaudela, höchst persönlich mit.
 

Geburtstag der Bike Republic Sölden
 

Im Westen Österreichs dominieren touristische und damit entgeltliche Mountainbike-Angebote. Eines der bekanntesten ist die Bike Republic Sölden, die 2025 ihr zehnjähriges Bestehen feierte. Im Skigebiet von Sölden im Tiroler Ötztal entstanden in einer Dekade 68 Kilometer Lines und Trails. Mit den Swatch Nines hat sich die Bike Republic ein großes internationales Event gesichert, das für Werbung in der Bike-Community sorgen soll.
 

Mountainbike-Bewerbe sind Österreichs populärste Radrenndisziplinen
 

Die Auner Austrian Gravity Series war 2025 die teilnehmerstärkste Radrennserie Österreichs mit Lizenz- bzw. Cycling Austrian Member Card-Pflicht. Die acht Stopps umfassende Downhill-Rennserie zählte 575 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. In der Gesamtwertung aller Radrennserien, mit und ohne Linzenz-Pflicht, belegten die Downhiller Platz zwei. Hinter den Top Six MTB Marathons (721 Teilnehmerinnen und Teilnehmer) und vor der Enduro-Serie Trailpartie (373 Teilnehmerinnen und Teilnehmer).

Mehr und ganzjährig fahrbare Trails

In Sachen Trails sind vor allem der Osten und Süden Österreichs aktiv gewesen. In Kärnten entstanden auf der Petzen, der Turracher Höhe und am Faaker See einige neue Strecken. In Obermillstatt hat Bike-Profi Stefan Müller gleich einen neuen Trailpark initiiert. Österreichs südlichstes Bundesland entwickelt sich spätestens seit den lake.bike Trails nahe Villach immer mehr zum Mountainbike-Geheimtipp. Ebenso wie das östlichste Bundesland, das Burgenland. Hier entstand am einzigen, gut 800 Meter hohen Berg mit den Burgenland Trails ein Mountainbike-Revier, das ganzjährig befahrbar ist und eine Auswahl europäischer Trailbau-Kunst bietet. Dank zahlreicher lokaler Initiativen wächst die Zahl der Trails, die 365 Tage im Jahr offen stehen.