Test: Mondraker Zendit RR – ein Bike zum Abheben?
Gemäss Mondraker ist das Zendit das Resultat von elf Jahren E-MTB-Entwicklung. Es ist geschaffen für alle, die Grenzen überwinden wollen und gerne «all-in» gehen. Aus diesem Grund hat Mondraker auch den aktuell potentesten E-MTB-Antrieb verbaut, den Avinox M2S mit über 150 Newtonmetern und 1500 Watt maximaler Unterstützung. Die Kinematik des Zendit verwendet denselben virtuellen Drehpunkt wie das Summum-Downhillbike von Mondraker.
Das Mullet-Bike hat vorne 170 und hinten 165 Millimeter Federweg. Es ist in zwei Farben und in fünf Grössen sowie in drei Ausstattungsvarianten erhältlich.
Das Bike im Einsatz
Dank aufrechter Sitzposition geht es entspannt voran. Im Turbomodus ist man gefühlt in zwei Kurbelumdrehungen auf 25 km/h. Ja, der neue Avinox-Motor hat ordentlich Dampf unter der Haube. Die Unterstützung ist gut dosiert und fühlt sich trotz der hohen Wattzahl nie harsch oder zu kraftvoll an. Nur in der Nähe der 25-km/h-Grenze ist der Antrieb etwas undynamisch, als wolle er nicht ausgebremst werden. Dass der Motor viel Power hat, zeigt sich speziell beim Schalten unter Last, da haut es die Gänge regelrecht rein, was über die Zeit für ordentlich Verschleiss am Antrieb sorgen wird.
Wegen der starken Unterstützung sind Schotter- und Asphaltanstiege langweilig und schnell gemeistert. Wer den Uphill auf Singletrails abspult, wird nicht mehr aus dem Staunen kommen. Steile Anstiege, die zu Fuss schon fast auf allen Vieren gemeistert werden müssen, schiesst das Zendit regelrecht hoch. Damit das aber nicht in einer Katastrophe endet, braucht es eine gute Fahrtechnik und ordentlich Kraft in den Armen, um das Monster zu bändigen. Für ein Bike mit so viel Federweg klettert das Mondraker wirklich gut und bietet immer optimale Traktion. Selbst im Turbomodus und auf Schotter dreht das Hinterrad nur minimal durch, die Sensorik ist da gut abgestimmt. Trotz sehr langem Radstand geht das E-MTB enge Serpentinen erstaunlich gut hoch, das Lenkverhalten ist vorbildlich.
Das widerspiegelt sich auch in der Abfahrt. Die Front glänzt mit guter Wendigkeit, egal wie hoch das Tempo ist. Wird das Terrain technisch anspruchsvoll und steil, meistert man das spielend: Die Stehposition ist optimal und das Zendit gut ausbalanciert. Das Fahrwerk am Heck bietet eine hohe Endprogression und verursacht bei sehr hartem Bremsen ein leichtes Bremsstempeln.
Fazit
Die gute Geometrie und der starke Avinox-Motor verleiten zu Dauervollgas. Es gilt aber, sich genügend Zeit für das Fahrwerk-Setup zu nehmen, das gelingt nicht so rasch wie bei anderen Bikes. Das Mondraker Zendit gehört zu den Bikes, die auf anspruchsvollen Trails am meisten Laune machen. Forstwege hoch oder den Bikepark runter, kein Problem. Aber so richtig Spass herrscht auf ruppigen Singletrails. «Send it» mit dem Zendit? Eher nicht, das macht mit leichten Bikes ohne Motor schlicht noch mehr Freude.