Test: Sram Eagle 90 Transmission – sorgloses Handling mit robustem Schaltwerk | Ride MTB

Test: Sram Eagle 90 Transmission – sorgloses Handling mit robustem Schaltwerk

Test Sram Eagle 90 Transmission

Darauf haben viele gewartet: Srams Transmission-Technologie ohne Funkverbindung und ohne Batterie, das Rundum-sorglos-Paket mit Kabelzug. Keine leeren Akkus oder Batterien, sondern bewährtes, analoges Schalten. Sram kann das immer noch, wie der sechsmonatige Test gezeigt hat. Und erst noch viel günstiger als ihre Funkschaltung.

Das Wichtigste in Kürze

Die grössten Vorteile der Transmission-Technologie sind die direkte Montage des Schaltwerks am Bike-Rahmen, die vielen ersetzbaren Einzelteile und die robuste Bauweise. Es gibt nun mal Menschen, die keinen Bock haben auf eine elektronische Schaltung: Sie wollen einfach biken gehen, ohne zu überlegen, ob das Schaltwerk oder der Schalthebel noch Strom haben. Sram hat auf diese Leute gehört und präsentiert mit der Eagle 90 (und der Eagle 70) eine Transmission-Schaltgruppe, die mit klassischem Kabelzug funktioniert. Sram bietet sie als Komplettgruppe und logischerweise auch als Einzelkomponenten an. Wer seine bestehende, mechanische Schaltgruppe auf den neusten Stand bringen will, kann somit auch nur die Kassette sowie Schaltwerk und -hebel nachrüsten, dazu eine Flattop-Kette verbauen. Das Ersetzen der Kurbel und des Kettenblattes ist nicht zwingend nötig. Als Kassette kommt das mit der AXS-Transmission eingeführte Modell XS-1275 (welche mit der GX-Transmission-Gruppe eingeführt wurde) zum Einsatz, es gibt keine spezifische Version für die Eagle 90.

Erster Eindruck

Das wuchtige Schaltwerk wirkt ebenso robust wie das der AXS-Versionen. Die schwarz-silbernen Materialien wirken wertig. Der Schalthebel unterscheidet sich ebenfalls von den früheren. Das Design ist kantiger und die Hebel etwas anders positioniert. Die Verarbeitung scheint solide und prophezeit Langlebigkeit.

Im Einsatz

Für eine schnelle und unkomplizierte Montage ist es ratsam, die Anleitung in Ruhe genau zu lesen und dann Schritt für Schritt umzusetzen. Dann gelingt das Montieren der Schaltgruppe ganz fix. Wer das Gefühl hat, er könne einfach das Schaltwerk anschrauben, die Kabel verlegen und dann feinjustieren, irrt sich. Denn die Transmission-Technologie kommt ohne die gewohnten A- und B-Schrauben aus. Da heisst es dann: zurück auf Feld eins und die Anleitung zu Rate ziehen.

Der Schalthebel braucht etwas Angewöhnungszeit, die Positionen der beiden Hebel sind nicht gleich wie früher. Auch das Schaltgefühl ist anders. Ein Hauch weniger präzise und es scheint, als sei der Hebelweg beim Hochschalten länger als bei der ungefähr gleich teuren GX-Eagle-Gruppe. Das hat keinen Einfluss auf die Schaltperformance, es ist einfach ein anderes Gefühl bei der Bedienung. Beim Hochschalten können zwei Gänge auf einmal gewechselt werden. Das geschieht unter geringer Last kaum spürbar und bei mehr Pedaldruck stets knackig mit einem akustischen Feedback. Schaltet man die Gänge runter, erfolgt der Schaltprozess ebenso präzise wie bei den bestehenden mechanischen Schaltgruppen.

Die Schaltqualität variiert wie bei allen Schaltungen ja nach Terrain und Pedaldruck. Schaltvorgänge steil bergauf unter Volllast hören sich auch mit der Eagle 90 nicht sehr sanft an. Werden die Gänge in flachem Terrain gewechselt, mit Schwung und ohne grosse Tretkräfte, geht das sehr geschmeidig und kaum spürbar.

Der Schaltgruppentest wurde an einem «Yeti SB160»-Endurobike vorgenommen. Selbst in ruppigstem Gelände und bei sehr steilen Anstiegen –mit Schalten unter Maximallast – sind keine Probleme aufgetreten. Ein Nachjustieren der Gänge war nicht vonnöten. Es kam aber auch nie zu einem ungewollten Felskontakt mit dem Schaltwerk, der dies allenfalls erzwungen hätte. Die Kettenspannung war ausreichend hoch, sodass kein ungewolltes Kettenschlackern aufgetreten ist und das Bike so ruhig wie immer war.

Während des Testzeitraums wurden auch sechs Fahrten mit einem E-Bike unternommen, das ab Werk mit der Eagle 90 ausgestattet ist. Dort gibt die Schaltgruppe ein leicht anderes Bild ab. Aufgrund des höheren Kettenzugs durch die Motorenunterstützung sind die Schaltvorgänge teils kaum spürbar. Es braucht auch ein gezielteres Drücken der Schalthebel, um die Gangwechsel auszulösen. Aber auch mit mehr Zug auf der Kette meistert die Eagle 90 den E-Bike-Einsatz ohne Beanstandungen.

Fazit

Die «Eagle 90 Transmission»-Schaltgruppe bietet ein Sorglospaket zu einem fairen Preis. Sie ist nicht die leichteste, trumpft jedoch mit einer robusten Konstruktion und dem Vorteil, dass viele Einzelteile bei einem Defekt ersetzt werden können. Zudem ist die Gruppe immer einsatzbereit und es muss kein Gedanke an Ladestände verschwendet werden. Was die Funktion betrifft, gibt es nichts zu beanstanden.

Empfehlung

Wer ein Eagle-90-Schaltwerk zu einem späteren Zeitpunkt auf die AXS-Funktechnologie umrüsten will, kann einen entsprechenden Upgrade-Kit kaufen. Der kostet jedoch beinahe so viel wie die gesamte Gruppe selbst.

Preis: CHF 725.00 / EUR 645.00

Hersteller

www.sram.com


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