So plant Sram die E-Bike-Revolution
Ein Mittelmotor mit Schaltung am Hinterrad: Das funktioniert prima, bringt aber hohen Verschleiss am Kettenantrieb und somit erhöhte Kosten mit sich. Das geht auch auf anderem Weg: Mit einem Getriebe in einer von äusseren Einflüssen wie Regen oder Schlamm geschützten Box, mit einem dazugehörigen Motor in selbigem Gehäuse.
Die Idee ist nicht nur gut, sondern auch nicht neu: Die Heirat der Schaltung mit dem Mittelmotor. Pinion hat mit der MGU ein funktionierendes System im Jahr 2023 vorgestellt und ist am Markt aktiv, E-Bikes von Herstellern wie Simplon, Flyer, Bulls oder Rotwild sind damit ausgerüstet.
Nun nimmt anscheinend auch Sram die Einheit von Mittelmotor und Getriebe ins Visier: Im Dezember 2025 hat der US-Schaltungsgigant ein Patent veröffentlicht, das 12 Gänge und einen Mittelmotor vereint. Die Gangbandbreite soll rund 500 Prozent betragen, und damit nicht an die 600 Prozent der Motor-Gear-Unit von Pinion heranreichen.
Sram übernahm die Fahrradsparte des deutschen Unternehmens Fichtel & Sachs im November 1997, wodurch die traditionsreiche Herstellung von Nabenschaltungen und anderen Komponenten in Schweinfurt fortgeführt wurde, bis Sram diese Produktion 2017 einstellte. Somit hatte Sram Know-How mit Getriebeschaltungen bereits im Haus, verfolgte im Anschluss jedoch einen konsequenten Fokus auf die Kettenschaltung.
Die Einheit von Motor und Getriebe gibt es nicht nur seitens Pinion. Praxis Works arbeitet daran, und Revonte hatte sich erfolglos an diesem Konzept versucht. An der Eurobike 2022 stellte Intradrive eine MGU vor, an der Eurobike 2025 stellt Owuru eine MGU vor. Wann Sram hier zum grossen Schlag ausholt, ist indes unklar.