Es wäre so einfach! So fördern wir alle das MTB-Image | Ride MTB

Es wäre so einfach! So fördern wir alle das MTB-Image

Fullface versus Wanderer

Koexistenz-Kampagnen für Mountainbiker schiessen allerorts aus dem Boden. Sie sind aber oft oberflächlich und die Verhaltenstipps eher belanglos. Es gäbe andere Tipps, die zu deutlich grösserer Entspannung auf dem Trail führen würden, meint Ride-Herausgeber Thomas Giger. Zum Beispiel keinen Fullface-Helm tragen.

Verhaltenskampagnen wie FairTrail sind im Mountainbikesport aktuell omnipräsent. Bloss fordern diese etwas lehrmeisterhaft Selbstverständlich­keiten. Zum Beispiel, dass Wanderern der Vortritt gehört, der Abfall mit­genommen werden soll oder dass man für kleinere Notfälle gerüstet sein sollte. Alles schön und gut, aber eigentlich ist dies das Einmaleins des zwischenmenschlichen Umgangs. Ich habe mir persönlich fünf andere Massnahmen zurechtgelegt, mit der ich einen positiven Einfluss auf das Image und das gegenseitige Einvernehmen nehmen kann. Hier kommt der alternative FairTrail-Knigge:

1. Vortritt einfordern

Es reicht nicht, den Wanderern den Vortritt zu lassen. Diese stehen als Schwächere oft ohnehin zur Seite und lassen die Mountainbiker vorbeifahren. Mein Tipp: Auf der Trail-Abfahrt anhalten, zur Seite stehen und die Wanderer zum Vorbeigehen auffordern. Dieses resolute Einfordern wirkt wie eine Charme-Offensive.

2. Keinen Fullface-Helm tragen

Auf dem Trail haben Vollvisierhelme nichts zu suchen. Nicht, weil sie keinen Schutz bieten würden, sondern weil ein angemessener Umgang mit den Wanderern nicht mehr möglich ist. Der Verzicht auf maximalen Schutz ist eine Form von Respekt gegenüber den anderen Wegnutzern.

3. Interesse zeigen

Wenn man als Mountainbiker die Wan­derer nicht bloss grüsst, sondern sie auch noch nach ihrem Tagesziel fragt oder sich erkundigt, ob sich die Einkehr im nahegelegenen Restaurant lohnt, dann ist das Eis gebrochen. Gleiches gilt bei Jägern und Landwirten indem man sich nach Tieren erkundigt. Wer (am besten als Vegetarier) einem Jäger dann auch noch ein Weidmannsheil wünscht, hat diesen in der Tasche.

4. Randzeiten nutzen

Wieso müssen Wanderer und Mountain­biker stets zur gleichen Zeit in die Trails steuern? Wer seine Tour erst gegen Mittag startet, ist dann in den Abendstunden meist gänzlich alleine unterwegs – beim schönsten Licht des Tages. Oder mal im Sommer in den frühen Morgenstunden starten und dafür am Nachmittag noch ins Strandbad. Es nicht allen gleich tun reduziert den Dichtestress und erhöht die Erlebnisqualität.

5. Wertschöpfung generieren

Mountainbiker sollten konsequent in Buschenschenken, Besenbeizen und anderen kleinen Gastwirtschaften entlang der Strecke einkehren und auch mal in einem Hofladen einkaufen. Damit gewinnen sie an Bedeutung und erhöhen ihren Stellenwert bei der lokalen Bevölkerung, anstatt dass sie bloss auf dem Trail vorbeirauschen.