Test: Die letzten fünf «Freunde» | Ride MTB

Test: Die letzten fünf «Freunde»

Test 5 Freunde

Nach acht Jahren geht nun das Testformat «Fünf Freunde» in den Ruhestand. Für 2026 gibt es ein neues, spannendes Konzept. Für einmal haben die fünf getesteten Produkte keinen gemeinsamen Nenner. Oder vielleicht fünf «Freunde», die nirgendwo reinpassen? Doch das wäre irreführend, denn es sind durchs Band spannende Produkte, die sich bewährt haben.

Die getesteten Produkte in der Übersicht:
Rock Shox Reverb AXS
Kärcher OC4
Specialized Traction D30 Knieprotektore
Maxxis High Roller III
Knog Blinder X 2300 Scheinwerfer

Rock Shox Reverb AXS Sattelstütze

Erster Eindruck

Rock Shox hat die Reverb komplett überarbeitet. Der Akku sitzt nicht mehr hinten bei der Sattelklemme, wo er dem Dreckbeschuss ausgesetzt ist, sondern vorne am Schaft der Stütze. Das sieht zwar nicht sonderlich schön aus, dafür ist der Akku bestens vor Feuchtigkeit und Reifenkontakt geschützt. Oben auf der Akkuaufnahme befindet sich eine LED, die durch Drücken des AXS-Knopfes den Ladezustand anzeigt.

Die Verarbeitung wirkt absolut top, der Akkuwechsel ist super einfach und das Design des Remote-Hebels ist Geschmackssache. Die Stütze gibt es in allen gängigen Durchmessern und in Varianten von 100 bis 250 Millimeter Hub. Im Test war die 175-mm-Version mit 31.6 Millimeter Durchmesser, die 797 Gramm wiegt plus weitere 58 für die Fernbedienung.

Im Einsatz

Die Reverb löst schnell aus und fährt auch entsprechend rasch hoch. Das Absenken erfolgt kontrolliert und geschmeidig – ausser wenn sie Aussetzer hat. Das kam etwa bei jeder vierten Ausfahrt vor, da setzte die Arretierung der Stütze aus, bis man den Remote-Hebel erneut drückte. Die Stellungnahme von Sram war bis zum Redaktionsschluss ausstehend.

Fazit

Abgesehen von den unregelmässigen Aussetzern hat die Reverb AXS bei allen Wetterbedingungen einwandfrei funktioniert. Nach zehn Monaten im Einsatz hat sie weder Spiel entwickelt, noch musste sie entlüftet werden.

Preis: CHF 570.00 / EUR 600.00

Hersteller

www.sram.com

Kärcher OC4

Erster Eindruck

Der OC4 ist ein Druckreiniger für den Outdoor-Einsatz. Aufgrund seines kompakten Masses ist er ideal für die Bike-Reinigung unterwegs. Das Gerät lässt sich inklusive Schlauch und Pistole komplett im leeren Wassertank verstauen. Diesen kann man mit zwei Handgriffen vom Hauptgerät lösen und so einfach befüllen. Im Lieferumgang enthalten ist eine Flachstrahldüse sowie ein Ladegerät für den fest verbauten Akku.

Kärcher bietet optional eine «Zubehörtasche Bike», die einen Saugschlauch, eine Multijet-Düse, eine Schaumdüse, eine Bürste sowie ein Trockentuch und eine Flasche Bike-Reiniger enthält. Die ganze Zubehörtasche gibt’s für 75 Franken.

Im Einsatz

Die Bedienung und das Handling des Geräts sind selbsterklärend und einfach. Dank den guten Verschlüssen lässt sich der Druckreiniger auch mit vollem Wassertank transportieren, da läuft kein Tropfen aus.

Der OC4 fasst rund acht Liter Wasser und damit lassen sich zwei staubige oder ein leicht verschmutztes Bike reinigen. Der Druck von sieben Bar reicht gerade so aus, stark eingetrockneter Dreck lässt sich aber alleine durch den Wasserstrahl nicht lösen. Da hilft der Griff zum optionalen Zubehör. Mit der Bürste oder der Multijet-Düse, die vier unterschiedliche Wasserstrahlen bietet, gelingt das besser.

Fazit

Der Kärcher OC4 eignet sich bestens als mobiler Reiniger, der wenig Platz im Van oder Wohnmobil benötigt. Damit kann man auch anderes verschmutztes Equipment schonend abspritzen oder die Windschutzscheibe des Fahrzeuges von Insekten befreien.

Preis: CHF 189.00 / EUR 159.99

Hersteller

www.kaercher.com

Specialized Traction D30 Knieprotektoren

Erster Eindruck

Das Schutzpad der Tractions aus D3O-Material könnte minimaler nicht sein. Dennoch erfüllen sie die Aufprallschutznormen für Hochgeschwindigkeitsmotorräder (EN1621-1). Das Paar wiegt gerade mal 256 Gramm und lässt sich faustgross zusammenrollen. Das obere Gummiband verfügt über viele Silikonstreifen, die für guten Halt sorgen sollen. Die Protektoren bestehen aus 78 Prozent recyceltem Nylongewebe und sind in sechs Grössen erhältlich.

Im Einsatz

Auf der ersten Ausfahrt sind die Schoner etwas eng und fühlen sich unbequem an. Also ab in die Waschmaschine und schon schmiegen sie sich besser an die Knie an. Nach ein paar Einsätzen hat sich alles minim geweitet und die Protektoren liegen fast unbemerkt am Körper an – und das über Stunden. Die Silikonstreifen des oberen Gummibands können bei hohen Temperaturen und mehrstündiger Tragezeit Hautreizungen auslösen. Die Rötungen waren jedoch am nächsten Tag wieder weg.

Als Folge eines Totalausfalls einer Bremse mussten die Protektoren beweisen, was sie taugen. Der Aufprall auf dem harten Waldboden ging nicht ohne Folgeschmerzen vonstatten. In den ersten Sekunden fühlte sich das Knie an, als wäre es ungespitzt in den Boden gerammt worden. Keine Überraschung bei einem so dünnen Schutzpad. Am nächsten Tag war nicht mal ein blauer Fleck am Knie und es fühlte sich lediglich leicht geprellt an.

Fazit

Die Knieprotektoren von Specialized bieten entsprechend der dünnen Konstruktion nur minimalen Schutz. Der ist ausreichend, wenn die Knie beim Fahren den Rahmen touchieren, und perfekt, wenn man auf dem Trail kniend Reparaturen oder Einstellungen am Bike vornehmen muss. Da bleiben die Gelenke vor Dreck und Steinen geschützt. Wer öfters mal auf den Latz knallt, sollte zu dickeren Pads greifen. Doch als Minimalschutz, der auch bergauf ohne Einschränkungen beim Treten getragen werden kann, machen sie einen guten Job.

Preis: CHF 129.00 / EUR 129.00

Hersteller

www.specialized.com

Maxxis High Roller III

Erster Eindruck

Nach über 13 Jahren im Einsatz wurde dem «High Roller» ein neues Profil verpasst. Die Version III hat ein Stollendesign erhalten, das zwischen den Maxxis-Modellen Assegai und Shorty angesiedelt ist. Die Maxxgrip-Gummimischung fühlt sich angenehm soft und griffig an. Der 2,4 Zoll breite Reifen wiegt rund 1100 Gramm. Das offene Profil verspricht gute Traktion und Selbstreinigung bei tiefen und schlammigen Böden.

Im Einsatz

Trotz der groben Stollen rollen die «High Roller» selbst auf Asphalt gut und geben keine Vibrationen ab. Die Reifen haben sehr gute Dämpfungseigenschaften, was sich besonders auf Wurzel- und Steinfeldern äussert. Selbst bei minimalem Luftdruck (v: 1.15 Bar, h: 1.3 Bar) wirken die Reifen ordentlich prall und bieten guten Schutz. Sie «schluckten» auf groben Trails ungewollt den einen oder anderen spitzen Stein, ohne Folgen, bis es wieder auf der Ideallinie ins Tal ging. Das Abrollverhalten in Kurven ist berechenbar, die Pneus brechen nicht aus und kippen auch nicht weg. Einzig auf sandigem Untergrund gerät das Vorderrad gerne mal ins Rutschen. Dasselbe gilt bei starker Schräglage über feuchte Wurzeln. Ansonsten meistern Gummi und Profil feuchte Bedingungen ganz ordentlich, trumpfen jedoch nicht auf. Tiefen Schlamm gab es im fünfmonatigen Testzeitraum leider keinen zu bewältigen. Bei nassen Böden war die Selbstreinigung des Profils sehr gut.

Doch wie fährt sich der «High Roller III» auf Singletrails bergauf? Gute Frage! Wenn man als Testredakteur keine Notizen gemacht hat, bedeutet das, es gab keinen Anlass dazu: Traktion wie gewünscht! Notizen gab es aber beim Bremsverhalten. Das ist aussergewöhnlich gut, egal ob auf weichen Böden, harten oder gar auf Schotter. Selbst auf nassem Untergrund greift der Gummi genauso gut wie die Bremse.

Fazit

Der neue «High Roller» bringt etwas mehr Gewicht auf die Waage, schützt dafür effizient vor Pannen. Er hat nicht die besten Rolleigenschaften, im Gegenzug bietet er ausgezeichnete Traktion und Bremsleistung. Die generellen Fahreigenschaften sind gut, aber nicht herausragend.

Preis: CHF 69.00 / EUR 79.90

Hersteller

www.maxxistires.de

Knog Blinder X 2300 Scheinwerfer

Erster Eindruck

Das Knog-Scheinwerfer-Set wirkt durchdacht. Der Lampenkopf ist massiv konstruiert und scheint einiges auszuhalten. Er kann mit einer Bride an den Lenker geschraubt oder mit einer Klettbandhalterung auf dem Helm platziert werden. Die Bedienung erfolgt mit einem separaten Knopf, der fix mit der Leuchte verkabelt ist. Die Bedieneinheit hat eine selbstklebende Halterung für den Einsatz als Helmlampe oder eine, die mit dem Gummiring am Lenker befestigt wird. Der Akku kann auch als Powerbank für Geräte mit USB-C-Anschluss genutzt werden.

Für die Montage am Lenker ist ein Inbus erforderlich, was beim Einsatz an verschiedenen Bikes etwas umständlich ist. Im Gegenzug hält der schwere Lampenkopf so gut am Cockpit.

Im Einsatz

Durch einfaches Drücken auf die Fernbedienung stehen drei unterschiedliche Helligkeitsstufen zur Verfügung. Erfolgt dann ein Doppelklick, wechselt das System zu drei Blinkmodi. Das schwächste Dauerlicht ist auch für die Fahrt zum Trail mehr als hell genug und kann Verkehrsteilnehmende blenden. In der hellsten Stufe wird die Nacht beinahe zum Tag. Der Lichtstrahl ist homogen und nicht so punktuell ausgerichtet wie bei vielen anderen Lampen. Es gefällt, dass die Lichtfarbe nicht extrem grell Weiss ist, sondern etwas wärmer und so weniger harte Kontraste entstehen.

Der mit einer Kletthalterung montierte Akku hält auch an dünnen Stahlrahmen, ohne zu verrutschen. Hervorzuheben ist, dass sich die Steckverbindungen von der Batterie zur Lampe so leicht zusammenfügen lassen wie bei keinem anderen Hersteller.

Fazit

Obschon Knog eher für kleine Nachrüstlichter für den Einsatz im urbanen Umfeld bekannt ist, wissen sie offensichtlich, was Mountainbiker benötigen. Die Blinder 2300 bietet mehr als ausreichend Licht für rasante Singletrail-Fahrten und hat absolut keine Schwächen gezeigt. Die Akkulaufzeit variiert stark nach Einsatz der Helligkeitsstufe und Aussentemperatur. Bei grosser Kälte entlädt sich der Akku wegen des ungeschützten Metallgehäuses deutlich schneller.

Preis: CHF 269.00 / EUR 299.99

Hersteller

www.knog.com


Weitere News zu diesem Artikel