Ende des Scott-Streits: Zaugg verliert die Firma, gewinnt aber ein Vermögen
Von Anfang an: Zwischen den Jahren 2013 bis 2015 steigt der südkoreanische Outdoor-Riese Youngone bei Scott ein – zuerst als Minderheitsaktionär, ab 2015 mit 50,01 Prozent der Aktien. Firmenpatron Beat Zaugg, der Scott über Jahrzehnte zu einem globalen Player aufbaute, behält knapp 47 Prozent und bleibt das Gesicht der Marke.
Ab dem Jahr 2022 kippt das Verhältnis: Youngone wirft Zaugg Vertragsverletzungen vor und zieht vor das Schiedsgericht der Internationalen Handelskammer (ICC) in Paris. Der Kern: Eine vertragliche Kaufoption auf Zauggs Aktien, die Youngone geltend machen will. Zaugg wehrt sich – jedoch erfolglos.
Der Konflikt eskaliert in den Jahren 2023 und 2024, gipfelt in der Degradierung Zauggs und einer Meldung über Sicherheitsdienste am Firmensitz. Die einstige Partnerschaft ist damit endgültig Geschichte. Am 6. Februar 2025 fällt das ICC-Gericht das Urteil und sorgt für Fakten: Youngone erhält Recht und darf Zauggs gesamte Restbeteiligung übernehmen. Für den Patron bedeutet das den Verlust jedes Einflusses auf seine damit ehemalige Firma Scott Sports.
Der Übernahmepreis für Zauggs 47 Prozent – der womöglich mehrere hundert Millionen Franken umfasst – wird nach vertraglich festgelegten Bewertungsmechanismen bestimmt. Eine öffentliche Zahl liegt bislang nicht vor. Damit ist klar: Youngone steuert Scott künftig allein. Für die Bike-Industrie endet damit ein bislang beispielloses Firmen-Drama – und für Beat Zaugg eine Ära.